Früher galt Baidu als Chinas Antwort auf Google. Heute ist das Unternehmen vor allem eines: ein teures KI-Experiment, das die Anleger Quartal für Quartal Geduld kostet. Im ersten Quartal 2026 ist der Nettogewinn um 55 Prozent auf 3,45 Milliarden Yuan eingebrochen, umgerechnet gut 506 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor standen noch 7,72 Milliarden Yuan in den Büchern.
Viertes Quartal in Folge
Der Umsatz rutschte um 1,1 Prozent auf 32,08 Milliarden Yuan. Klingt wenig, ist aber das vierte Mal in Folge, dass Baidu beim Umsatz rückwärts geht. Das klassische Werbegeschäft, jahrelang die Geldmaschine des Konzerns, läuft schlecht. Die KI-Cloud wächst zwar, hat aber noch nicht das Format, um die Lücke zu schließen. Baidus General Business blieb im Quartalsvergleich flach bei 26 Milliarden Yuan, iQIYI, die Streaming-Tochter, verlor sogar 8 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Analysten lagen diesmal daneben, aber anders als erwartet
Beim Gewinn hatte der FactSet-Konsens 3,15 Milliarden Yuan erwartet, Baidu lieferte 3,45 Milliarden Yuan, also mehr. Beim Non-GAAP EPADS schlug das Unternehmen die Schätzungen um 0,07 Dollar. Auch der Umsatz übertraf die Erwartungen, die Analysten hatten 30,945 Milliarden Yuan auf dem Zettel. So gesehen kein schlechtes Quartal, nur eben ein Quartal, in dem der Gewinn trotzdem um mehr als die Hälfte fiel.
655 Millionen Nutzer, aber wohin damit?
Die Baidu App kommt im März 2026 auf 655 Millionen monatlich aktive Nutzer. Die Kasse ist mit umgerechnet gut 40 Milliarden Dollar an Cash und Investments prall gefüllt. Der operative Cashflow lag bei 2,7 Milliarden Yuan. Baidu hat also Mittel, um die KI-Wette durchzuhalten, selbstfahrende Autos, Chip-Entwicklung, große Sprachmodelle. Die Frage ist nur, wie lange die Anleger noch warten, bis aus dem Versprechen ein Ergebnis wird. Bislang warten sie schon vier Quartale.
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