AXT Aktie: 7,2 Prozent auf 59,84 Euro

AXT profitiert von Indiumphosphid-Engpässen und Rekordaufträgen. BlackRock erhöht Anteil, Analysten sehen weiteres Potenzial im KI-Sektor.

Auf einen Blick:
  • Kursplus von 7,2 Prozent
  • InP-Preiserhöhungen über zehn Prozent
  • BlackRock-Anteil steigt auf 7,1 Prozent
  • Umsatzprognose für Q3 bei 66 Millionen

Preissteigerungen und volle Auftragsbücher

Der Halbleiter-Spezialist AXT verzeichnet im vorbörslichen Handel heute einen deutlichen Kurszuwachs von 7,2 % auf 59,84 Euro. Hintergrund der positiven Marktreaktion sind Berichte über eine weltweit angespannte Versorgungslage bei Indiumphosphid-Substraten (InP). Medienberichten zufolge wird für das vierte Quartal mit Preiserhöhungen von mehr als 10 % für diese kritischen Komponenten gerechnet. AXT hatte bereits im zweiten Quartal Rekordumsätze in diesem Bereich gemeldet und war in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Die operative Dynamik stützt sich auf einen Auftragsbestand, der mittlerweile die Marke von 100 Millionen US-Dollar überschritten hat und bis in das Jahr 2027 hineinreicht. Um die hohe Nachfrage zu bedienen, plant das Unternehmen eine aggressive Erweiterung der Kapazitäten.

Die Produktion von InP-Substraten soll sowohl im laufenden Jahr als auch im Jahr 2027 jeweils verdoppelt werden. Ein wesentlicher Teil der langfristigen Auslastung wird durch ein Abkommen mit Lumentum gesichert, das bis zum Jahr 2031 läuft und Kundeneinlagen in Höhe von 87,5 Millionen US-Dollar umfasst.

Einstieg institutioneller Investoren sorgt für Vertrauen

Neben der operativen Entwicklung rückt die Aktionärsstruktur in den Fokus. Gestern wurde bekannt, dass der Vermögensverwalter BlackRock seine Beteiligung an AXT deutlich ausgebaut hat. Einem aktuellen Behördenbericht zufolge hält das Institut nun einen Anteil von 7,1 %, was einem Bestand von über 4,65 Millionen Aktien entspricht. Zudem erwarb Tairen Capital Ltd am Montag ein neues Aktienpaket im Umfang von 140.000 Papieren, das mit rund 10,09 Millionen US-Dollar bewertet wurde.

Diese Zuflüsse durch institutionelle Anleger erfolgen in einer Phase massiver Kurszuwächse. Seit Jahresbeginn konnte das Papier bereits um 369 % zulegen, wenngleich es mit einem Abstand von 53 % noch immer deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf umgerechnet knapp 3,7 Milliarden Euro.

Analysten sehen Chancen im KI-Sektor

Die Fachwelt bewertet die Aussichten für die Verbindungshalbleiter-Substrate von AXT zunehmend positiv. Der Analyst Matt Bryson vom Analysehaus Wedbush bekräftigte am 17. August seine Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 93,00 US-Dollar. Er verwies dabei insbesondere auf die Chancen im Bereich der KI-Vernetzung und die Rekordnachfrage nach InP-Komponenten.

Die jüngsten Finanzzahlen stützen diese Einschätzung. Im zweiten Quartal meldete AXT einen Umsatz von 47,6 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von 164 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Das Nettoergebnis belief sich auf 11,1 Millionen US-Dollar. Für das dritte Quartal gab die Unternehmensführung eine Prognose ab, die einen Umsatz von rund 66 Millionen US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn pro Aktie zwischen 0,30 und 0,32 US-Dollar vorsieht.

Trotz des operativen Aufwinds gab es zuletzt prozedurale Änderungen: Das Unternehmen bestätigte die Rücknahme des IPO-Antrags seiner Tochtergesellschaft Beijing Tongmei an der Shanghai STAR Market. Dieser Schritt löst potenzielle Rücknahmerechte für Drittinvestoren in Höhe von insgesamt rund 49 Millionen US-Dollar aus.

Dennoch unterstreicht die Teilnahme an Branchenkonferenzen, wie der jüngsten Veranstaltung von Needham am 20. August, die Strategie, die Marktposition bei Substraten für Spezialhalbleiter weiter auszubauen.

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