Hinter Axon Enterprise liegt eine intensive Woche. Der Taser-Hersteller geriet wegen Verbindungen zur Trump-Administration unter Druck. Jetzt dreht der Markt.
Die Aktie kletterte am Montag auf 443 Euro – ein Plus von 8,6 Prozent an einem Tag. Auf Wochensicht beträgt der Gewinn 23,4 Prozent. Grund zur Entwarnung ist das nicht: Auf Jahressicht verliert das Papier noch immer 37 Prozent.
ICE-Ausschreibung und Aktienkauf
Im Zentrum der Kritik steht ein Vorgang mit mehreren Puzzleteilen. Am 10. Februar 2026 erwarb der damalige US-Präsident Trump Aktien von Axon – im Wert zwischen einer und fünf Millionen Dollar.
Am 24. Februar veröffentlichte die Einwanderungsbehörde ICE eine Ausschreibung. Fünf Jahre soll sie laufen, das Volumen beträgt 220 Millionen Dollar. Die Behörde will rund 17.800 Taser vom Modell „TASER 10“. Dieses Modell stellt exklusiv Axon her. Ein Vertrag wurde noch nicht vergeben. Das Timing gibt zu reden.
Das Weiße Haus sieht keinen Interessenkonflikt. Die Anteile lägen in einem Trust. Axon, das in den USA 90 Prozent des Marktes beherrscht, gab 2025 rund 2,5 Millionen Dollar für Lobbyarbeit aus.
KI-Software als Wachstumstreiber
Abseits der politischen Debatte treibt Axon den Wandel voran. CEO Rick Smith setzt nicht mehr nur auf Hardware. Das Unternehmen entwickelt sich zum Softwarekonzern.
Die Zahlen stützen diese Strategie. Im ersten Quartal 2026 legte der Umsatz um 33,7 Prozent auf 807,35 Millionen Dollar zu. Der Gewinn je Aktie erreichte mit 1,61 Dollar die Markterwartungen von 1,60 Dollar. Vor allem KI-gestützte Polizeiwerkzeuge laufen: Hier stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um mehr als 700 Prozent.
Institutionelle Anleger uneins
Die Kursentwicklung bleibt volatil. Seit dem August-Hoch bei 749,60 Euro fehlen 40,9 Prozent. Im April dieses Jahres lag das Papier noch unter 293 Euro.
Professionelle Investoren reagieren unterschiedlich. Ritholtz Wealth Management stockte im ersten Quartal um 206,6 Prozent auf. Sterling Capital Management verkaufte dagegen 31,2 Prozent seiner Position. Der RSI liegt bei 67,6 – nahe der Schwelle, die technische Analysten als überkauft bezeichnen. Der Kurs bleibt 2,9 Prozent unter der 200-Tage-Linie von 456,36 Euro.
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