Die Einführung neuer Überwachungstechnologien im US-Sicherheitssektor verläuft für Axon Enterprise nicht ohne kommunalen Widerstand. Während langfristige Verträge für traditionelle Ausrüstungsteile das Geschäft stützen, geraten automatisierte Erfassungssysteme zunehmend in die politische Diskussion.
Am Dienstag stimmte der Stadtrat von Los Angeles mit 10 zu 4 Stimmen dafür, die Überprüfung eines geplanten Pilotprojekts für an Straßenlaternen montierte Kennzeichenleser von Axon zu vertagen. Als Begründung nannten die Ratsmitglieder erhebliche Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Datenerfassung im öffentlichen Raum.
Der Vorschlag wurde an den Ausschuss für öffentliche Sicherheit verwiesen. Eine erneute Beratung im gesamten Stadtrat wird bis zum 23. Oktober angestrebt. Die Vertagung betrifft ausschließlich das geplante Pilotprojekt für Kennzeichenleser. Der separate Zehnjahresvertrag zwischen der Polizeibehörde von Los Angeles und Axon über ein Volumen von 235 Millionen $ bleibt von dem Votum unberührt und behält seine Gültigkeit.
Langfristige Millionenaufträge festigen das Fundament
Abseits der Verzögerungen in Kalifornien verzeichnete der Sicherheitsausrüster parallel dazu weitere kommunale Zuwächse. Wie Reuters meldete, votierten die Stadtkommissare von Lakeland am Montag einstimmig für eine Zehnjahresvereinbarung mit Axon Enterprise.
Das Auftragsvolumen beläuft sich auf exakt 21.983.139,93 $. Das vereinbarte Paket umfasst die polizeiliche Ausrüstung mit Körperkameras, TASER-Geräten, fahrzeuginternen Videosystemen, Werkzeugen für künstliche Intelligenz und Einsatzkapazitäten für Drohnen.
Der Abschluss folgt auf eine Reihe weiterer behördlicher Weichenstellungen. So schloss die Stadt Marion vor über einem Monat einen Fünfjahresvertrag für polizeiliche Technik ab.
Auf der anderen Seite zeigt sich bei einzelnen Projekten selektive Zurückhaltung: Die Stadt Covington kürzte ihren Überwachungsauftrag bei Axon vor rund zwei Wochen. Zudem prüft der Konkurrent Flock Safety vor rund zwei Wochen einen Verkauf, was die Marktverhältnisse im Segment der Nummernschilderkennung beeinflussen könnte.
Kursentwicklung im Zeichen kommunaler Prüfungen
Die Mischung aus expandierenden Hardware-Lieferverträgen und Hürden bei softwaregestützten Erfassungssystemen spiegelt sich auch im Handelsverlauf wider. Die Aktie von Axon ging am Freitag mit einem Schlusskurs von 377,50 € aus dem Handel. Auf Jahressicht verzeichnet der Titel einen spürbaren Rückgang und liegt seit Jahresbeginn 23 Prozent im Minus. Vom bisherigen 52-Wochen-Hoch bei 662,00 € ist die Notierung damit deutlich zurückgefallen.
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