Axon hat am Mittwoch eine Wandelanleihe über 1,0 Milliarden Dollar mit null Prozent Zinskupon platziert, fällig 2031. Den Zeichnern wurde zusätzlich eine Option auf weitere 150 Millionen Dollar eingeräumt. Anleger reagierten verschreckt: Die Aktie büßte am heutigen Donnerstag 3,4 Prozent ein und notiert bei 394,30 Euro, nachdem sie am Mittwoch noch bei 408,30 Euro geschlossen hatte.
Solche Wandelanleihen belasten Aktienkurse typischerweise, weil Investoren eine mögliche Verwässerung durch künftige Umwandlung in Aktien fürchten. Axon rechnet mit Nettoerlösen von rund 986 Millionen Dollar, im Falle einer vollständigen Ausübung der Mehrzuteilungsoption sogar mit 1,134 Milliarden Dollar. Parallel zur Anleihe kündigte das Unternehmen an, seine revolvierende Kreditlinie auszuweiten und zu verlängern.
Kapital für Wachstum und Absicherung gegen Verwässerung
Die Mittel aus der Anleihe sollen laut Unternehmensangaben unter anderem in sogenannte Capped-Call-Transaktionen fließen, die die Verwässerung für bestehende Aktionäre begrenzen sollen.
Zudem plant Axon, einen Teil des Kapitals für mögliche Akquisitionen einzusetzen, um die Produktpalette weiter auszubauen. Die Finanzierungsstruktur mit einem Nullzinskupon zeigt, dass Axon trotz der aktuellen Kursschwäche günstige Konditionen am Kapitalmarkt durchsetzen konnte.
Der Kursrückgang trifft eine Aktie, die zuletzt bereits unter Druck stand. Der jüngste Rutsch fügt sich in einen Abwärtstrend der vergangenen Wochen ein, der die Aktie inzwischen deutlich unter ihren 50-Tage-Durchschnitt von 476,43 Euro gedrückt hat – ein Abstand von 17 Prozent.
Solides operatives Geschäft trotz Kursdruck
Die fundamentale Geschäftsentwicklung von Axon steht in deutlichem Kontrast zur Kursreaktion. Im zweiten Quartal 2026 steigerte das Unternehmen den Umsatz um 35 Prozent auf 904 Millionen Dollar – bereits das zehnte Quartal in Folge mit einem Wachstum von über 30 Prozent.
Der Bereich Software & Services legte um 36 Prozent auf 398 Millionen Dollar zu, die Sparte Connected Devices um 35 Prozent auf 507 Millionen Dollar. Die annualisierten wiederkehrenden Erlöse (ARR) kletterten um 39 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar, die Nettoumsatzbindungsrate lag bei 126 Prozent.
Die zukünftig gebundenen Auftragsbestände wuchsen um 41 Prozent auf 15,1 Milliarden Dollar – ein Indikator für die langfristige Nachfrage nach Axons Produkten. Das Unternehmen erhöhte daraufhin seine Umsatzwachstumsprognose für 2026 auf eine Spanne von 32 bis 34 Prozent und bestätigte das Margenziel für das bereinigte EBITDA von rund 25,5 Prozent.
Zum 30. Juni 2026 verfügte Axon über liquide Mittel und kurzfristige Investitionen von 685 Millionen Dollar, bei einer Nettoverschuldung von 1,1 Milliarden Dollar.
Auch bei Analysten genoss Axon zuletzt Rückenwind: Piper Sandler bestätigte am 10. September ein Kaufvotum mit Kursziel 825 Dollar und verwies auf die Verlagerung von ALPR-Verträgen in Städten zugunsten von Axon. Argus hatte Anfang September das Kursziel von 460 auf 600 Dollar angehoben und die Kaufempfehlung bekräftigt, mit Verweis auf ausgeweitete Forschungsausgaben und starke Produktnachfrage.
Zusätzlich verkauften Führungskräfte in den vergangenen Wochen eigene Aktien im Rahmen regulärer Handelspläne: Firmenjustiziar Isaiah Fields veräußerte am 11. September 1.017 Aktien, CEO Patrick Smith am 8. September 10.000 Aktien im Wert von rund 5,1 Millionen Dollar. Nach dem Verkauf hielt Smith weiterhin über 3,1 Millionen Aktien direkt.
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