Axa hat heute gemeinsam mit Ipsos den Future Risks Report 2026 veröffentlicht. Künstliche Intelligenz und Big Data stehen erstmals an der Spitze der von Experten wahrgenommenen Risiken – vor dem Klimawandel. Für Anleger liegt die Bedeutung in der Frage, wie Versicherer neue Risiken bewerten und absichern können. Der Bericht zeigt eine erhebliche Lücke zwischen wachsender Sorge und wahrgenommener Vorbereitung.
Experten sehen eine Vorbereitungslücke
Unter den Experten, die KI als eines ihrer größten Risiken nennen, beurteilen 54 % diese als schnell aufkommende Gefahr. Nur 9 % dieser Gruppe halten Behörden für gut vorbereitet. In Europa sinkt dieser Anteil auf 3 %.
AXA beschreibt dabei keine isolierten Gefahren. Technologische Veränderungen, Klimarisiken, geopolitische Instabilität und soziale Spannungen überlagern und verstärken sich. Damit gewinnt neben der Bewertung einzelner Risiken auch deren Zusammenspiel an Bedeutung.
Die Expertenbefragung umfasste 4.345 Teilnehmer. Laut L’Argus de l’assurance arbeiten 89 % davon bei AXA; die übrigen 11 % gehören zu den beruflichen Netzwerken des Unternehmens.
Diese Zusammensetzung ist für die Einordnung wichtig: Die Rangliste bildet stark die Risikowahrnehmung innerhalb von AXA und dessen Umfeld ab. Sie ist eine Befragung zu aufkommenden Gefahren, keine Messung bereits eingetretener Versicherungsschäden.
Klimawandel bleibt für Bürger vorn
In der Öffentlichkeit bleibt der Klimawandel über alle Altersgruppen hinweg die größte Sorge. KI ist dort inzwischen auf den zweiten Rang vorgerückt, nachdem sie 2025 noch den siebten Platz belegte.
Die unterschiedlichen Prioritäten zeigen, dass technologische Risiken die bisherigen Sorgen nicht einfach ersetzen. Auch unter europäischen Experten stehen Klimawandel und geopolitische Instabilität weiterhin vor KI. Die weltweite Spitzenposition lässt sich deshalb nicht unverändert auf jede Region übertragen.
Zugleich wächst die Wahrnehmung gesellschaftlicher Spannungen. Les Echos zufolge meinen 63 % der Befragten, dass ihre Mitbürger immer weniger gemeinsame Werte teilen. Soziale Fragmentierung erscheint erstmals in der Expertenrangliste.
Versicherungsschutz und Prävention werden wichtiger
Für AXA verbindet sich die veränderte Risikowahrnehmung mit einer grundsätzlichen Herausforderung für Versicherungsschutz. Insurance Business berichtet über fragmentierte KI-bezogene Deckungen durch Ausschlüsse, überarbeitete Policen und Zusatzdeckungen. WTW verweist auf Fragen von Versicherten, ob Cyberpolicen Schäden durch generative KI abdecken.
Das lenkt den Blick auf klare Versicherungsbedingungen und belastbare Annahmen zur Risikobewertung. Aus der wachsenden Besorgnis allein lässt sich noch kein zusätzliches Geschäft für AXA ableiten.
Laut AXA und Ipsos halten 85 % der Experten und der Öffentlichkeit ihre größten Sorgen zumindest teilweise durch Prävention für vermeidbar. Eine wichtige Schutzrolle für Versicherer sehen 68 % der Bevölkerung.
Für AXA-Anleger ist damit vor allem die Verbindung von Prävention und nachvollziehbarer Deckung relevant. Der Bericht unterstreicht den Bedarf an Schutz vor neuen Risiken – und zugleich die Schwierigkeit, diesen Schutz zuverlässig auszugestalten.
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