Der französische Versicherungskonzern Axa hat die Weichen für die kommenden Jahre gestellt und seine Wachstumsziele deutlich konkretisiert. Mit dem neuen Strategieplan „Growing Forward“ für den Zeitraum von 2027 bis 2029 peilt das Unternehmen eine Beschleunigung des Gewinnwachstums sowie eine hohe Eigenkapitalrendite an.
Wie das Management am Dienstag im Rahmen eines Investorentages bekannt gab, soll das bereinigte Ergebnis je Aktie in diesem Zeitraum jährlich um durchschnittlich 7 % bis 9 % steigen. Gleichzeitig setzt der Konzern verstärkt auf technologische Innovationen und eine strikte Kostendisziplin.
Ambitionierte Finanzziele und Aktionärsrenditen
Die neue Strategie sieht vor, dass die Eigenkapitalrendite (ROE) zwischen 15 % und 17 % liegen soll. Ein wesentlicher Bestandteil des Plans ist die Generierung von Kapital: Axa erwartet bis 2029 einen kumulierten organischen Cash-Zufluss von rund 25 Milliarden Euro.
Der Buchwert je Aktie soll inklusive der gezahlten Dividenden jährlich im mittleren zweistelligen Prozentbereich wachsen. Auch für die nähere Zukunft zeigt sich die Konzernführung optimistisch. Für das Geschäftsjahr 2026 wird nun ein EPS-Wachstum am oberen Ende der bisherigen Spanne von 6 % bis 8 % in Aussicht gestellt.
Für die Aktionäre bleibt die Ausschüttungspolitik verlässlich. Medienberichten zufolge soll die Ausschüttungsquote unter dem neuen Dreijahresplan stabil bei 75 % des operativen Ergebnisses je Aktie gehalten werden. Dabei priorisiert das Unternehmen nach Angaben von Bloomberg das organische Wachstum und die Effizienzsteigerung gegenüber größeren Zukäufen. Die Strategie zielt darauf ab, den Wert für die Anteilseigner durch eine Kombination aus Gewinnwachstum und attraktiven Rückführungen zu steigern.
Effizienzsprung durch künstliche Intelligenz
Ein zentraler Pfeiler für die Erreichung der Ziele ist die digitale Transformation. Axa plant, durch den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz bis zum Jahr 2029 einen jährlich wiederkehrenden Wertbeitrag zwischen 500 Millionen und 700 Millionen Euro zu generieren.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurde bereits am 10. September eine strategische Absichtserklärung mit BytePlus unterzeichnet. Diese Partnerschaft soll die KI-gestützte Transformation über die gesamte Wertschöpfungskette des Versicherungsgeschäfts hinweg vorantreiben.
Dieser technologische Fokus ist Teil einer umfassenderen Effizienzoffensive, mit der die operative Marge gestärkt werden soll. Neben der Prozessoptimierung durch KI investiert der Konzern zudem in Präventionsprogramme, wie etwa ein am Donnerstag gestartetes Online-Angebot zur Risikofrüherkennung für Jugendliche, um langfristig Schadensquoten zu senken und die Kundenbindung zu erhöhen.
Rechtlicher Dämpfer und Marktreaktion
Trotz der positiven Langfrist-Ziele sah sich der Konzern am Dienstag mit einem juristischen Rückschlag konfrontiert. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, war ein Berufungsverfahren gegen die Bank Santander in Großbritannien nicht erfolgreich.
Axa hatte rund 677 Millionen Britische Pfund im Zusammenhang mit der Mithaftung für den Fehlverkauf von Restschuldversicherungen in den USA eingefordert. Das Urteil reduziert den Wert der rechtlichen Ansprüche von Axa in diesem Fall erheblich.
An der Börse wurde die neue Strategie dennoch positiv aufgenommen. Gestern schloss das Papier bei 44,88 Euro, was einem Tagesplus von 2,1 % entspricht. Damit setzt die Aktie ihren Aufwärtstrend fort und weist seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung von 9,0 % auf. Die Notierung rückt mit dem jüngsten Anstieg wieder näher an das am 30. Juli 2026 markierte 52-Wochen-Hoch heran, von dem sie aktuell noch etwa 2,2 % entfernt ist.
Analystenseits herrscht nach den jüngsten Weichenstellungen ein differenziertes Bild. Die Experten der Erste Group hatten die Aktie am 8. September von „Buy“ auf „Hold“ herabgestuft. Als Begründung wurden Unsicherheiten im Zusammenhang mit der laufenden Transformation des Geschäftsmodells angeführt, während die nun vorgestellten Ziele des „Growing Forward“-Plans die strategische Richtung des Umbaus weiter untermauern.
Axa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Axa-Analyse vom 18. September liefert die Antwort:
Die neusten Axa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Axa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
