Aviva hat die Deutsche Bank gestern zur Nachfolge-Depotbank für sein gesponsertes ADR-Programm ernannt. Die Nachricht betrifft den Zugang zur AVIVA-Aktie über US-Hinterlegungsscheine. Parallel baut Aviva Investors den digitalen Zugang zu einem bestehenden Geldmarktfonds aus. Beide Entwicklungen betreffen damit die Form der Anlage, jedoch unterschiedliche Wertpapiere.
Deutsche Bank betreut US-Hinterlegungsscheine
Das Aviva-Programm ist als Level-I-ADR ausgestaltet und wird unter dem Symbol AVVIY außerbörslich gehandelt. Dabei entspricht ein ADS zwei Aviva-Stammaktien. Die Ernennung der Deutschen Bank betrifft somit die Betreuung dieses Hinterlegungsprogramms.
Für Anleger ist die Unterscheidung zwischen den Instrumenten wesentlich: Das ADR-Programm bezieht sich auf Aviva-Stammaktien. Die ebenfalls angekündigte tokenisierte Anteilsklasse von Aviva Investors repräsentiert dagegen Anteile an einem Geldmarktfonds. Sie ist keine digitale Variante der Aviva-Aktie.
Mit der neuen Fondsanteilsklasse erweitert Aviva Investors sein tokenisiertes Angebot gemeinsam mit Ripple auf dem XRP Ledger. Aviva investierte 50 Mio. £ in die neue Sterling-Anteilsklasse. Der zugrunde liegende Sterling Liquidity Fund verwaltet rund 22 Mrd. £. Dieses Fondsvermögen ist nicht mit dem tokenisierten Betrag gleichzusetzen.
Digitale Abbildung bei unveränderter Fondsstruktur
Das Modell setzt auf einen digitalen Zwilling: Bestände werden auf der Blockchain abgebildet, während die Fondsstruktur außerhalb der Blockchain bestehen bleibt. Auch das Anlageziel und das Risikoprofil ändern sich durch die digitale Darstellung nicht.
Über die neue Sterling-Klasse und die im Juli gestartete Dollar-Anteilsklasse sind insgesamt mehr als 86 Mio. £ investiert. Damit knüpft Aviva Investors an die bereits bestehende Tokenisierung eines Fonds an, statt das gesamte Sterling-Fondsvermögen auf die Blockchain zu übertragen.
Der in Irland domizilierte UCITS-Geldmarktfonds behält seine tägliche Liquidität und seinen bisherigen Regulierungsschutz. Zugang erhalten berechtigte Anleger mit digitalen Wallets. BNY Mellon verwahrt die Fondsanlagen; Komainu und Licuido unterstützten den Start.
Für die praktische Nutzung bleiben die Zugangsvoraussetzungen entscheidend. Anlegerzulassung, Identitätsprüfung und Verwahrung gelten weiterhin. Eine Übertragung auf der Blockchain bedeutet zudem nicht automatisch eine sofortige Rücknahme der Fondsanteile oder eine abgeschlossene Bankabwicklung.
Für Aviva-Anleger liegt die Bedeutung dieser Meldungen damit in der Weiterentwicklung der Anlageinfrastruktur. Beim ADR-Programm übernimmt eine neue Depotbank die Betreuung. Im Fondsgeschäft ergänzt eine digitale Anteilsklasse das bestehende Angebot, ohne dessen Anlageziele oder Risiken zu verändern.
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