Fast das gesamte Unternehmen wechselt den Besitzer: Dai Nippon Printing hat ihr freiwilliges Übernahmeangebot für Austriacard erfolgreich abgeschlossen. Bis zum Ende der Annahmefrist am 21. August reichten Aktionäre 35.099.096 Aktien zum Verkauf ein — rund 96,55 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte. Für den japanischen Konzern ist das die Grundlage, jetzt den nächsten, konsequenten Schritt zu gehen.
Squeeze-out und Delisting stehen bevor
DNP hat angekündigt, die erforderlichen Schritte für einen Squeeze-out nach dem österreichischen Gesellschafter-Ausschlussgesetz einzuleiten. Damit würde Austriacard von der Wiener Börse und von Euronext Athen verschwinden.
Eine Bedingung fehlt allerdings noch: Die Genehmigung der zuständigen österreichischen Behörde für ausländische Direktinvestitionen steht weiterhin aus. Alle anderen aufschiebenden Bedingungen aus der Angebotsunterlage sind laut DNP bereits erfüllt.
Der Angebotspreis von 10,00 Euro je Aktie wird erst fließen, wenn diese letzte Hürde fällt — dann aber zügig: Die Auszahlung soll spätestens zehn Börsetage nach der behördlichen Freigabe über die jeweiligen Wertpapierdepots erfolgen.
Nachfrist für Zauderer
Wer bislang nicht verkauft hat, bekommt eine zweite Chance. Nach österreichischem Übernahmerecht verlängert sich die Annahmefrist automatisch um drei Monate ab Bekanntgabe des Ergebnisses. Diese Nachfrist läuft vom 26. August bis zum 26. November 2026, jeweils 17:00 Uhr Wiener Zeit. Wer seine Austriacard-Aktien während dieses Zeitraums andient, erhält die identischen Konditionen wie die bisherigen Annehmer des Angebots.
Für Anteilseigner, die noch zögern, bleibt die Rechnung simpel: Mit knapp 97 Prozent Zustimmung ist die Kontrolle durch DNP längst Realität. Der angekündigte Squeeze-out würde die verbleibenden Minderheitsaktionäre ohnehin zum gleichen Preis aus dem Unternehmen drängen — die entscheidende Variable ist nun allein das Timing der behördlichen FDI-Genehmigung.
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