Starke Prognose, höhere Dividende, erstklassige Nachhaltigkeitsbewertungen — und trotzdem steht die Aurubis-Aktie unter Druck. Der Hamburger Kupferkonzern hat im März 2026 sein erstes eigenständiges ESG-Factbook veröffentlicht und liefert damit institutionellen Investoren ein Transparenzinstrument, das über den üblichen Nachhaltigkeitsbericht hinausgeht.
Zahlen, die sich sehen lassen können
Das Factbook konsolidiert ESRS- und GRI-Kennzahlen und richtet sich explizit an ESG-Ratingagenturen. Die Substanz dahinter ist beachtlich: Im Geschäftsjahr 2024/25 investierte Aurubis 155,4 Millionen Euro in den Umweltschutz, seit dem Jahr 2000 summieren sich die kumulierten Umweltschutzinvestitionen auf 1,172 Milliarden Euro. Der CO₂-Fußabdruck der produzierten Kupferkathoden liegt mehr als 60 Prozent unter dem weltweiten Durchschnitt aller Kupferschmelzen — ein Wert, der im Branchenvergleich kaum zu toppen ist.
Bei den externen Bewertungen setzt Aurubis ebenfalls Maßstäbe. EcoVadis vergab eine Platinmedaille mit einem Score von 85 von 100 Punkten — das entspricht dem besten Prozent aller bewerteten Unternehmen weltweit. Hinzu kommen ein B-Score im CDP Climate Change und ein A-Minus im CDP Water Security, beide für 2025.
Die 2030-Ziele sind konkret: Halbierung der absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen gegenüber 2018, Senkung der Scope-3-Emissionen um 24 Prozent je Tonne Kupferkathode, Recyclinganteil von bis zu 50 Prozent in den Konzernkathoden. Aktuell liegt dieser Anteil bei 45 Prozent — das Ziel ist also in Reichweite.
Operative Stärke trifft schwieriges Marktumfeld
Das ESG-Factbook erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem Aurubis auch operativ liefert. Das Unternehmen hob seine Finanzprognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 deutlich an: Das operative Ergebnis vor Steuern soll nun zwischen 375 und 475 Millionen Euro liegen, nach einem bisherigen Korridor von 300 bis 400 Millionen Euro. Als Treiber nennt das Management robuste Kupfernachfrage und günstige Metallpreise. Die Aktionäre stimmten auf der Hauptversammlung 2026 zudem einer Dividendenerhöhung auf 1,60 Euro je Aktie zu — rund sieben Prozent mehr als im Vorjahr.
Aurubis AG Aktie Chart
An der Börse kommt das bislang nicht vollständig an. Nach dem 52-Wochen-Hoch von 172,90 Euro Ende Februar hat die Aktie rund zwölf Prozent eingebüßt und notiert aktuell bei 152,70 Euro — unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 161,92 Euro. Volatile Kupferpreise belasten die gesamte Branche und überlagern die positiven Fundamentaldaten.
Parallel schließt Aurubis seinen größten Investitionszyklus ab. Das Complex Recycling Hamburg soll im ersten Halbjahr 2026 in Betrieb gehen und die Recyclingkapazität um 30.000 Tonnen jährlich steigern. In Bulgarien erhöht eine Investition von 120 Millionen Euro die Raffinadekupferkapazität auf 340.000 Tonnen — ein Plus von rund 50 Prozent. Finanziert wird ein Teil davon über ein EIB-Darlehen über 200 Millionen Euro, das die Europäische Investitionsbank explizit als Beitrag zu Europas Kreislaufwirtschaftszielen einordnet. Sobald diese Kapazitäten voll anlaufen, dürfte der Abstand zwischen fundamentaler Stärke und Börsenkurs schwerer zu ignorieren sein.
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