Der Hamburger Kupferkonzern Aurubis sichert sich personelle Kontinuität an der Unternehmensspitze über das laufende Jahrzehnt hinaus. Der Aufsichtsrat verlängerte gestern die Verträge zentraler Führungsfiguren um mehrere Jahre. An der Börse gibt das Papier heute um 1,1 Prozent auf 160,20 Euro nach, nachdem die Personalentscheidungen dem Kurs gestern noch zeitweise Auftrieb verliehen hatten.
Mit den Weichenstellungen setzt das Kontrollgremium auf langfristige Stabilität im operativen Geschäft. Die Bindung der Führungsspitze soll den Kurs des Unternehmens in einem anspruchsvollen Marktumfeld verlässlich absichern.
Weitreichende Zusagen im Vorstand
Die Bestellung von CEO Toralf Haag wurde vorzeitig bis zum 28. Februar 2031 verlängert. Auch COO Tim Kurth bleibt dem Unternehmen langfristig erhalten. Seine Bestellung läuft nun bis zum 30. Juni 2032.
Für CFO Steffen Hoffmann ist eine Vertragsverlängerung bis zum 30. September 2032 vorgesehen, die im Oktober formal beschlossen werden soll. Vorstandsmitglied Inge Hofkens scheidet dagegen mit dem heutigen Tag einvernehmlich aus dem Führungsgremium aus.
Geplanter Wechsel an der Aufsichtsratsspitze
Auch an der Spitze des Aufsichtsrats kündigt sich ein planmäßiger Übergang an. Markus Kramer soll nach der Hauptversammlung im Februar 2027 die Führung des Kontrollgremiums übernehmen. Zudem wurden Christina Reuter und Philipp Möller als neue Vertreter der Anteilseigner vorgeschlagen.
Die personelle Klarheit folgt auf unruhige Tage an den Finanzmärkten. Am Montag war die Aktie ohne ersichtlichen Auslöser spürbar unter Druck geraten, bevor die Personalmeldungen für eine Gegenbewegung sorgten. Medienberichten zufolge ließ sich für die vorherigen Abgaben kein konkreter unternehmensbezogener Grund feststellen.
Operativer Großvertrag und Aktionärsstruktur
Auf operativer Ebene hatten Aurubis und der Kabelhersteller Prysmian am 23. September eine langfristige Liefervereinbarung unterzeichnet. Aurubis bezeichnete den Kontrakt über die Lieferung von Kupfer-Gießwalzdraht als die bislang größte Vereinbarung zwischen beiden Partnern. Angaben zu Liefermengen oder Laufzeiten machten die Unternehmen nicht.
Bewegung gab es zudem in der Aktionärsstruktur. Eine Stimmrechtsmitteilung von The Goldman Sachs Group wies aus, dass die US-Bank ihre Position über Aktien und Finanzinstrumente per 21. September auf 8,88 Prozent reduziert hatte. Trotz der jüngsten Kursschwankungen verzeichnet die Aurubis-Aktie seit Jahresanfang ein Plus von 30 Prozent.
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