Ein Spektrumkauf in Milliardenhöhe setzt die US-Mobilfunker unter Druck. SpaceX will für ein landesweites Frequenzpaket rund 8 Milliarden Dollar in bar an den Investor Grain Management zahlen. AT&T, Verizon und T-Mobile verloren darauf nachbörslich zwischen 5 und 7 Prozent. Die AT&T-Aktie hatte zuvor bei 24,87 Dollar geschlossen und fiel im späten Handel auf rund 23,20 Dollar.
Starlink will selbst Netzbetreiber werden
Das Paket umfasst bis zu 14 Megahertz gepaartes Spektrum im 800-MHz-Band. Solche Niedrigfrequenzen durchdringen Hindernisse und eignen sich für Mobilfunk von Funktürmen aus. Genau das fehlte Starlink bislang, um Handys auch in Gebäuden zu erreichen. Der Deal steht noch unter dem Vorbehalt der FCC-Genehmigung.
SpaceX-Chef Elon Musk sprach von einem „sehr großen Deal“ und nannte das Spektrum das letzte kritische Puzzleteil für eine flächendeckende Handyabdeckung in den USA. Nach der Genehmigung will SpaceX seine Satellitenflotte mit einem terrestrischen Netz kombinieren. Diese Woche gab die FCC bereits grünes Licht für bis zu 15.000 weitere Satelliten für den Mobilfunk.
Der Schritt kommt für die etablierten Anbieter zur Unzeit. Bislang kooperierte SpaceX mit T-Mobile für einfache Verbindungen in abgelegenen Regionen. Nun tritt das Unternehmen erkennbar als direkter Konkurrent auf. Erst vergangene Woche gründeten AT&T, Verizon und T-Mobile ein Gemeinschaftsunternehmen für Satellitenabdeckung ohne Starlink.
Europa zieht mit, Türme profitieren
Auch in Europa gaben Telekomwerte nach. Deutsche Telekom verlor zeitweise 7 Prozent, Vodafone gut 3 Prozent. Die Sorge vor zusätzlichem Wettbewerb macht keinen Halt an der US-Grenze.
Anders reagierten die Turmbetreiber. American Tower, Crown Castle und SBA Communications legten nachbörslich zwischen 3 und 4,5 Prozent zu. Bernstein sieht die Option eines Bodennetzes damit „sehr lebendig“ und deutlich günstiger. Ein Kauf von Spektrum sei allerdings noch keine Bauzusage.
Für AT&T liegt das Risiko woanders. Citi verweist darauf, dass die Zahl der Wettbewerber je Markt von etwa 3,5 auf bis zu 4,5 steigen könnte. Das würde Preise und Margen belasten.
Der nächste Testlauf folgt bald: Am 21. Oktober legt AT&T Quartalszahlen vor. Dann zeigt sich, ob das Management die Wettbewerbssorgen mit Zahlen und Ausblick entkräften kann.
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