AT&T hat dieser Woche gleich mehrere Schalter umgelegt — und die Botschaft ist eindeutig: Das Unternehmen will sich von seiner teuersten Vergangenheit lösen und in eine kapitalintensivere, aber effizientere Zukunft investieren.
Klage gegen Regulierer, Bekenntnis zu Glasfaser
Der markanteste Schritt: AT&T hat vor einem US-Bundesgericht in Südkalifornien Klage gegen die California Public Utilities Commission und den Generalstaatsanwalt des Bundesstaates eingereicht. Ziel ist ein Gerichtsbeschluss, der AT&T von der Pflicht befreit, traditionelle Kupferleitungs-Telefonie für neue Kunden anzubieten. Der Hintergrund ist handfest — der Bundesstaat verpflichtet den Konzern, rund eine Milliarde Dollar jährlich für ein Netz aufzuwenden, das inzwischen nur noch drei Prozent der Haushalte in AT&Ts kalifornischem Versorgungsgebiet nutzen. Hinzu kommen rund 2.000 Ausfälle allein in diesem Jahr durch Kupferdiebstähle.
Parallel dazu verpflichtet sich AT&T, bis 2030 insgesamt 19 Milliarden Dollar in Kalifornien zu investieren — Glasfaser und Mobilfunk für mehr als vier Millionen zusätzliche Haushalte und Unternehmen. Der Wechsel brächte laut Unternehmen auch ökologische Vorteile: jährlich rund 300 Millionen Kilowattstunden gespart, entsprechend den Emissionen von 17 Millionen Gallonen Benzin.
Guidance bestätigt, neues Tarifmodell gestartet
Die Kurs-Reaktion — ein Plus von knapp einem Prozent auf rund 25,15 Dollar — fiel moderat aus, passt aber zum Gesamtbild: keine dramatische Neubewertung, aber solide Bestätigung eines laufenden Transformationsprozesses.
Zur positiven Stimmung trug außerdem die formelle Bekräftigung aller Finanz- und Betriebsprognosen für 2026 sowie der mittelfristigen Ziele bei. Ergänzt wird das durch ein neues Tarifmodell namens „Build-A-Plan“: Der Einstiegspreis liegt bei 15 Dollar monatlich, richtet sich an preissensible Neukunden und ist ausschließlich digital verfügbar — ohne mitgeliefertes Gerät, ohne internationale Optionen, nur für Einzelanschlüsse. Wer Daten, HD-Streaming und Hotspot hinzubucht, landet bei 45 bis 50 Dollar und damit im Bereich bestehender Tarife. Morgan Stanley sieht das Modell als Stoß ins Value-Segment.
Der Konzern bleibt strukturell unter Druck: Ein Nettoschulenstand von 141,3 Milliarden Dollar und der anhaltende Rückgang im Legacy-Geschäft begrenzen den Spielraum nach oben. Das KGV von gut acht deutet auf eine bescheidene Bewertung hin — wer auf weiter steigende Free-Cashflow-Prognosen und den schrittweisen Abbau teurer Altlasten setzt, findet hier ein konsistentes, wenn auch langsam drehendes Argument.
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