Ausgerechnet der Rückzug aus dem alten Kupfernetz sorgt bei AT&T derzeit für die beste Profitabilität seit Beginn des Konzernumbaus. Die zweiten Quartalszahlen zeigen: Je schneller das Geschäft mit klassischen Festnetzanschlüssen schrumpft, desto stärker steigt die Marge im Kerngeschäft.
Rekordmarge trotz verpasster Erlösprognose
Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte im zweiten Quartal auf 0,65 Dollar und übertraf die Erwartungen der Analysten um mehr als zehn Prozent. Der Umsatz legte um 2,3 Prozent auf 31,6 Milliarden Dollar zu, blieb damit aber knapp unter den Schätzungen. Wichtiger für die Anleger: Die bereinigte EBITDA-Marge kletterte auf 39,1 Prozent – ein Zuwachs von 110 Basispunkten und der höchste Wert seit Beginn der strategischen Neuausrichtung.
Der freie Cashflow stieg um 6,3 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar. Davon flossen 4,1 Milliarden Dollar in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen zurück an die Aktionäre. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von rund vier Prozent auf über 23 Dollar.
Glasfaser liefert, Kupfer schrumpft bewusst
Der Bereich Advanced Connectivity – Glasfaser, Fixed Wireless und 5G – erwirtschaftet inzwischen mehr als 90 Prozent des Serviceumsatzes. Die Segment-EBITDA-Marge kletterte auf 42,0 Prozent. AT&T gewann im Quartal 646.000 neue Internetanschlüsse, ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und erreichte mit 38,6 Millionen Standorten die größte Glasfaser-Reichweite in den USA. Hinzu kamen 432.000 neue Mobilfunkkunden im Postpaid-Bereich.
Firmenchef John Stankey brachte die Strategie auf den Punkt: Wo das Unternehmen Glasfaser verlegt habe, gewinne es Marktanteile. Parallel dazu treibt AT&T den Ausstieg aus dem alten Kupfernetz voran – die Erlöse in diesem Segment brachen um 25,9 Prozent ein, was die Gesamtmarge des Konzerns aber eher stützt als belastet, weil Kapital und Personal in die profitableren Wachstumsfelder wandern.
Rückkaufprogramm wächst, Schuldenlast bleibt hoch
Das für 2026 vorgesehene Aktienrückkaufprogramm hat der Konzern von acht auf rund zehn Milliarden Dollar aufgestockt. Zusammen mit den Dividendenzahlungen soll die Gesamtausschüttung an Aktionäre im laufenden Jahr auf etwa 18 Milliarden Dollar steigen. Gegenzurechnen ist eine Nettoverschuldung von 126,4 Milliarden Dollar, die Verschuldungsquote sank aber leicht auf das 2,68-fache des bereinigten EBITDA.
Für die kommenden Jahre bekräftigte das Management seine Ziele: Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll 2026 zwischen 2,25 und 2,35 Dollar liegen, der freie Cashflow mindestens 18 Milliarden Dollar erreichen und bis 2028 auf über 21 Milliarden Dollar steigen. Die Investitionen sollen dabei im Rahmen von 23 bis 24 Milliarden Dollar jährlich bleiben, während allein 2026 acht Millionen neue Glasfaser-Standorte hinzukommen sollen – gut die Hälfte davon aus dem übernommenen Lumen-Netz.
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