Atos hat am Dienstag seine Zahlen für das erste Quartal 2026 vorgelegt. Der organische Umsatz am sogenannten Go-Forward-Perimeter fiel um rund 11 Prozent. Berichtete Erlöse lagen bei 1,74 Milliarden Euro, bereinigt um bereits veräußerte Einheiten bei 1,64 Milliarden Euro. Und der Ausblick für das Gesamtjahr? Den hat Atos prompt nach unten korrigiert. Statt positivem organischem Wachstum rechnet der Konzern nun mit einem Rückgang von 1 bis 5 Prozent.
CEO Philippe Salle nennt das einen „graduellen Start“ und spricht von Fundamentaldaten, die sich „in die richtige Richtung“ bewegen.
Nordamerika zögert
Besonders auffällig ist die Schwäche in Nordamerika. Atos selbst spricht von einem „hinter den Erwartungen zurückbleibendem Hochlauf der Umsätze“ — Kunden hätten angesichts des unsicheren Umfelds eine abwartende Haltung eingenommen. Das ist die freundliche Formulierung dafür, dass Aufträge nicht so schnell in Umsatz umgewandelt werden, wie man gehofft hatte. Immerhin: Das Book-to-Bill in Nordamerika lag im Quartal bei über 160 Prozent, die qualifizierte Pipeline wuchs um rund 20 Prozent. Das sind Vorlaufindikatoren, die zumindest nicht in die falsche Richtung zeigen.
Genesis läuft, aber reicht das?
Der hauseigene Transformationsplan Genesis soll Margen liefern und wird nun sogar ausgeweitet, um das Drei-Jahres-Sparziel zu erhöhen. Die Liquidität ist mit 1,74 Milliarden Euro zum Ende März solide, gestützt auch durch den Abschluss des Bull-Verkaufs, der rund 252 Millionen Euro in die Kasse spülte. Rund 62 Millionen Euro Schulden wurden über Rückkäufe am offenen Markt getilgt.
Salle betont außerdem drei strategische Wachstumssäulen: Agentic AI, Cybersicherheit und Sovereign-Technologie. Klingt gut. Atos hat demnach gerade ein „Sovereign Agentic Studios“ in vier Ländern gestartet und ein Threat Research Center ins Leben gerufen. Ob das die Investoren beeindruckt, ist eine andere Frage.
Atos SE Aktie Chart
Die Prognose sagt eigentlich alles
Denn was bleibt, ist eine Prognose, die nun offiziell einen Umsatzrückgang einpreist. Atos hatte zuvor noch positives Wachstum als Basisszenario ausgegeben, mit einem negativen Szenario von minus 5 Prozent als Untergrenze. Jetzt ist das negative Szenario das einzige Szenario. Der Markt wusste das wohl schon länger, denn der Kurs ist seit Jahresbeginn um rund 25 Prozent gefallen. Graduelle Fortschritte, solide Liquidität, Genesis läuft — und trotzdem schrumpft der Umsatz zweistellig. Das ist kein gradueller Start. Das ist ein holpriger.
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