Atlassian Aktie: Cannon-Brookes plant 250-Millionen-Kauf

Atlassian-CEO Mike Cannon-Brookes plant Aktienrückkäufe über 250 Mio. Dollar. Der Schritt folgt auf ein Rekordquartal mit starkem Cloud-Wachstum und deutlichen Kursgewinnen.

Auf einen Blick:
  • CEO plant Aktienkäufe über 250 Mio. Dollar
  • Rekordquartal mit 28 Prozent Umsatzplus
  • Cloud-Geschäft wächst um 31 Prozent
  • Bank of America stuft Atlassian hoch

Mike Cannon-Brookes, CEO und Mitgründer von Atlassian, hat mitgeteilt, einen Handelsplan aufzusetzen, über den er Stammaktien der Klasse A im Wert von bis zu 250 Millionen Dollar am offenen Markt erwerben will.

Der am Donnerstag veröffentlichte 8-K-Bericht beschreibt eine noch nicht angelaufene Rule-10b5-1-Vereinbarung: Käufe können frühestens nach Handelsschluss am Freitag beginnen und unterliegen einer Cooling-off-Periode. Die 250 Millionen Dollar markieren einen möglichen Höchstbetrag, keine bereits vollzogene Transaktion.

Das Signal fällt in eine Phase, in der die Aktie einen der stärksten Kursläufe ihrer Geschichte hinter sich hat. Am Montag schloss das Papier bei 132,40 Euro, ein Plus von 2,80 Prozent gegenüber dem Vortag. Über sieben Handelstage summiert sich der Anstieg auf 38,35 Prozent. Trotz der Rally bleibt noch Luft nach oben: Zum 52-Wochen-Hoch von 158,16 Euro vom 10. September 2025 fehlen weiterhin rund 16,29 Prozent.

Rekordquartal als Auslöser der Bewegung

Ausgangspunkt der Neubewertung sind die am Donnerstag vorgelegten Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026. Der Umsatz kletterte um 28 Prozent auf 1.766 Millionen Dollar, das Cloud-Geschäft wuchs um 31 Prozent auf 1.213 Millionen Dollar. Die Subscription-ARR stieg um 23 Prozent auf 6.606 Millionen Dollar.

Der Gewinn je Aktie von 1,87 Dollar lag deutlich über der Konsensschätzung von 1,50 Dollar, der Umsatz übertraf die erwarteten 1,66 Milliarden Dollar. Die GAAP-Betriebsmarge drehte von minus 2 Prozent im Vorjahr auf plus 12 Prozent, der freie Cashflow erreichte 475 Millionen Dollar.

Für das laufende Geschäftsjahr 2027 stellt Atlassian ein Umsatzwachstum von rund 13 Prozent in Aussicht, getragen von einem erwarteten Cloud-Wachstum von 25,5 Prozent bei gleichzeitig rückläufigem Data-Center-Geschäft von minus 17 Prozent. Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 1.705 und 1.715 Millionen Dollar sowie einer non-GAAP-Betriebsmarge von etwa 28,5 Prozent.

AI-Produkte und Großkunden treiben das Momentum

Hinter dem starken Quartal steht auch eine sichtbare Beschleunigung im Enterprise-Geschäft. Atlassian meldete das umsatzstärkste Quartal seiner Geschichte bei Deals mit einem jährlichen Auftragsvolumen von über einer, drei und fünf Millionen Dollar – die Zahl der Kunden mit mehr als drei Millionen Dollar ARR wuchs um über 50 Prozent, jene mit mehr als fünf Millionen Dollar ARR um über 70 Prozent.

Zudem unterzeichnete das Unternehmen den nach eigenen Angaben größten Enterprise-Vertrag seiner Geschichte mit einem der weltweit größten Technologiekonzerne aus dem Konsumentengeschäft.

Parallel dazu treibt Atlassian sein KI-Angebot voran. Am Donnerstag stellte das Unternehmen neue agentische Funktionen für Jira vor, mit denen Teams den kompletten Softwareentwicklungszyklus über KI-Agenten orchestrieren können.

Zugleich erreichte Isolated Cloud die allgemeine Verfügbarkeit, und die HIPAA-Abdeckung wurde auf das KI-Tool Rovo ausgeweitet, was regulierten Gesundheitskunden den Zugang zu KI-Funktionen öffnet.

Der MCP-Server und das Teamwork-Graph-CLI überschritten binnen eines Quartals die Marke von einer Million monatlich aktiven Nutzern und haben sich damit mehr als verdoppelt. Am Freitag folgte mit dem Jira Summer Release ein Paket von 15 neuen Funktionen, das bis Ende August vollständig auf Jira Cloud ausgerollt werden soll.

Personell verstärkte sich das Unternehmen bereits am Dienstag vergangener Woche mit Ken Exner als neuem Chief Product Officer für Enterprise and Emerging. Exner bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung aus Entwickler- und Managementtools mit, unter anderem von AWS und zuletzt von Elastic, wo er die Bereiche Search, Observability und Security verantwortete und half, die ARR des Unternehmens auf nahezu zwei Milliarden Dollar zu verdoppeln.

Analysten reagieren, Bewertung bleibt angespannt

Nach den Zahlen hoben zahlreiche Analysehäuser ihre Kursziele an. Bank of America stufte Atlassian am Donnerstag von Neutral auf Buy hoch und erhöhte das Kursziel von 105 auf 175 Dollar. Baird-Analyst Rob Oliver beließ es bei Outperform, zog sein Kursziel aber von 120 auf 200 Dollar an – eine der optimistischsten Einschätzungen im Anschluss an die Vorlage.

Kritischer bleibt der automatisierte Kurzfrist-Indikator: Der 14-Tage-RSI notiert bei 79 und signalisiert damit eine technisch überkaufte Lage, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 124,48 Prozent auf entsprechend große Kursausschläge hindeutet.

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