Astrazeneca erlebt einen schwierigen Sommer. Während die Onkologie-Sparte glänzt, gerät das Herz-Kreislauf-Geschäft ins Stocken. Rückschläge in der Forschung und ein flinker Konkurrent setzen dem Pharmariesen zu.
Konkurrenz gewinnt wichtiges Rennen
Die Wettbewerber schlafen nicht. Merck (MSD) hat das Rennen um den ersten oralen PCSK9-Hemmer gegen Cholesterin gewonnen. Damit verliert AstraZeneca den wertvollen Vorsprung als Erstanbieter in diesem Milliardenmarkt.
Parallel dazu enttäuschte die CARDIO-TTRansform-Studie für das Medikament Wainua. Das Mittel verfehlte seine Ziele bei einer seltenen Herzkrankheit. Marktbeobachter hatten hier mit Spitzenumsätzen von bis zu zwei Milliarden US-Dollar gerechnet. HSBC senkte daraufhin die Einschätzung für die Aktie.
Großinvestoren nutzen die Kursschwäche
Einige Profis nutzen das niedrigere Niveau für Einstiege. Die Investmentgesellschaft Barings LLC kaufte jüngst über 143.000 Aktien im Wert von rund 28 Millionen US-Dollar. Dieser Zukauf signalisiert Vertrauen in die langfristige Bewertung des Konzerns.
An der Börse hinterließ der Juli deutliche Spuren. AstraZeneca notiert aktuell bei 147,00 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast sieben Prozent an Wert verloren. Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 38 nähert sich der Kurs jedoch Regionen, die oft als technisch überverkauft gelten.
Onkologie dient als Puffer
Die Krebsmedizin bleibt das stabilere Standbein. Produkte wie Enhertu und Imfinzi erhalten weltweit neue Zulassungen. In der ersten Jahreshälfte 2026 gab die US-Behörde FDA grünes Licht für Datroway bei metastasierendem Brustkrebs.
Dieser Erfolg bildet ein Gegengewicht zu den Verlusten im Portfolio für Herzkrankheiten. Im ersten Quartal wuchs der Konzernumsatz insgesamt noch um 12,5 Prozent. Das Kerngeschäft scheint intakt, auch wenn einzelne Hoffnungsträger in klinischen Tests straucheln.
Ende Juli veröffentlicht AstraZeneca die Zahlen für das zweite Quartal 2026. Dann muss das Management belegen, ob die Krebssparte die Lücken im Bereich Herz-Kreislauf füllen kann. Anleger blicken besonders auf den Ausblick für die zweite Jahreshälfte.
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