Astrazeneca erhält einen entscheidenden regulatorischen Erfolg. Die EU-Kommission hat Enhertu als erste gewebeunabhängige HER2-Therapie zugelassen. Damit steht dem britisch-schwedischen Pharmakonzern ein neuer Wachstumstreiber zur Verfügung.
Die Aktie notiert am Montag bei 165,85 Euro – ein minimales Minus von 0,15 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Papier knapp sechs Prozent im Plus, auf Jahressicht beträgt der Zuwachs beeindruckende 39 Prozent.
Durchbruch für Präzisionsmedizin
Die EU-Zulassung ist ein Paradigmenwechsel in der Krebstherapie. Enhertu wirkt künftig gegen verschiedene solide Tumore – sofern der HER2-Biomarker nachweisbar ist. Die Behandlungsentscheidung hängt damit nicht mehr vom Ursprungsgewebe ab.
Grundlage der Entscheidung sind drei Phase-II-Studien. Die DESTINY-PanTumor02-Studie zeigte eine objektive Ansprechrate von 52,3 Prozent. Die mittlere Ansprechdauer lag bei 21,1 Monaten. Es ist bereits die sechste Zulassung für Enhertu in der EU. Der Partner Daiichi Sankyo erhält von AstraZeneca eine Meilensteinzahlung von 25 Millionen US-Dollar.
Hinzu kommt eine positive Empfehlung des EU-Arzneimittelausschusses CHMP für Datroway. Das Medikament soll als Erstlinien-Monotherapie bei metastasiertem triple-negativem Brustkrebs eingesetzt werden können – allerdings nur bei Patienten, die für eine Immuntherapie nicht in Frage kommen.
Die Phase-III-Studie TROPION-Breast02 belegt den Nutzen: Die mittlere Gesamtüberlebenszeit betrug 23,7 Monate unter Datroway, bei Chemotherapie nur 18,7 Monate. Datroway ist bereits in den USA zugelassen. Analysten erwarten einen jährlichen Zusatzumsatz von rund 1,2 Milliarden US-Dollar in den nächsten fünf Jahren.
Institutionelle Anleger uneins
AstraZeneca hat eine starke Position im globalen Onkologiemarkt. Bewertungsmodelle deuten auf eine Unterbewertung hin. Die Pipeline mit Enhertu, Truqap und Wainua gilt als vielversprechend.
Das institutionelle Engagement zeigt im ersten Quartal 2026 jedoch ein gemischtes Bild. Value Partners Investments stieg mit 58.415 Aktien ein – ein Einsatz von umgerechnet 11,3 Millionen US-Dollar. Fruth Investment Management und Wesbanco Bank reduzierten dagegen ihre Bestände um die Hälfte. Insgesamt halten institutionelle Anleger 20,4 Prozent der Aktien.
Die Partnerschaft mit Daiichi Sankyo bleibt der zentrale Wachstumstreiber. Der japanische Partner hat kürzlich eine Milliarde Euro in seinen deutschen Produktionsstandort investiert – ein klares Signal für die globale Expansion der Antikörper-Wirkstoff-Konjugate.
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