Die Zeichen stehen auf Abschied. Astrazeneca, Großbritanniens größter Pharmakonzern, startet heute den Handel an der New York Stock Exchange. Die bisherigen American Depositary Receipts an der Nasdaq werden durch vollwertige Aktien ersetzt. Damit rückt das Unternehmen noch näher an den US-Markt heran, der bereits jetzt fast die Hälfte der Umsätze generiert.
CEO Pascal Soriot macht damit deutlich, wo die Prioritäten liegen. Die USA sind der größte Pharmamarkt der Welt, und AstraZeneca will dort wachsen. 50 Mrd. Dollar bis 2030 sollen investiert werden. Gleichzeitig liegt die geplante Erweiterung des britischen Hauptquartiers im Wert von 200 Mio. Pfund auf Eis. Die Botschaft ist klar.
London verliert an Bedeutung
Das Handelsvolumen der ADRs ist in den vergangenen fünf Jahren um 34 % gestiegen, während London nur 8 % zulegte. Analysten von Peel Hunt sehen die Gefahr, dass London mittelfristig zur Nebensache wird. Sollte die Liquidität in den USA deutlich zunehmen, könnte AstraZeneca irgendwann sogar die Hauptnotierung über den Atlantik verlagern.
Für britische Anleger bedeutet die neue US-Notierung zudem einen Nachteil. US-Investoren können die Aktien künftig ohne die britische Stamp Duty kaufen, eine Steuer auf Wertpapiertransaktionen. Das könnte dem britischen Finanzministerium rund 200 Mio. Pfund pro Jahr kosten. Andere FTSE-100-Unternehmen könnten dem Beispiel folgen.
Die Entscheidung zeigt einmal mehr, wie schwer es London hat, mit den USA mitzuhalten. Während der FTSE 100 seit Anfang 2020 um 40 % zulegte, schaffte der S&P 500 satte 115 % in Dollar gerechnet. AstraZeneca zieht die Konsequenzen und setzt auf den stärkeren Markt. Für britische Anleger bleibt die Frage, wie lange London noch relevant bleibt.
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