Der Pharmakonzern Astrazeneca setzt verstärkt auf den chinesischen Markt und erweitert seine dortigen Produktionskapazitäten für Biologika. Nach einer Phase erhöhter Volatilität, die durch Spekulationen über eine milliardenschwere Fusion ausgelöst wurde, stehen heute operative Fortschritte und positive Analystenbewertungen im Vordergrund. Die Aktie des britisch-schwedischen Unternehmens notiert bei 140,85 Euro und legte heute um 0,90 % zu.
Neue Produktionsstätte für Biologika in Shijiazhuang
Astrazeneca gab heute die Gründung eines Joint Ventures mit der CSPC Pharmaceutical Group bekannt. Ziel der Zusammenarbeit ist der Bau einer hochmodernen Produktionsanlage für Biologika der nächsten Generation in Shijiazhuang.
An dem Gemeinschaftsunternehmen hält Astrazeneca einen Anteil von 49 %, während CSPC mit 51 % die Mehrheit übernimmt. Die Kooperation unterstreicht die Strategie des Konzerns, die lokale Fertigung in China zu stärken und die Kapazitäten im Bereich komplexer biologischer Therapien auszuweiten.
Bereits in der vergangenen Woche sorgten Berichte über das Unternehmen für Bewegung am Markt. Laut Reuters und The Guardian gab es Spekulationen über Fusionsgespräche mit Bristol Myers Squibb in einem Volumen von rund 400 Milliarden US-Dollar.
Nachdem eine hochrangige Quelle aus dem Umfeld der beteiligten Kreise die Existenz laufender Verhandlungen dementierte, stabilisierte sich der Kurs wieder, nachdem er zuvor zeitweise deutlich nachgegeben hatte. Seit Jahresbeginn verlor der Titel dennoch 10,83 %.
Positive Analystenstimmen nach Kursturbulenzen
Die Experten von Morningstar haben die Einstufung für Astrazeneca heute von drei auf vier Sterne angehoben. Das Analysehaus bewertet die Aktie nach den jüngsten Kursverlusten als unterbewertet und beziffert den fairen Wert auf 184,00 US-Dollar.
Auch die Analysten von BofA Securities zeigten sich am Freitag zuversichtlich und bekräftigten ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 16.500 Pence. Zur Begründung verwiesen sie auf das langfristige Wachstumspotenzial des Unternehmens bis zum Jahr 2030.
Zusätzlich zu den strategischen Expansionen meldet Astrazeneca Fortschritte in der Medikamenten-Pipeline. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat am Samstag einen ergänzenden Zulassungsantrag für Fasenra (Benralizumab) zur Behandlung einer neuen Indikation im Asthmamarkt angenommen.
Zeitgleich erhielt das Unternehmen am Samstag von der indischen Behörde CDSCO die Zulassung für Trastuzumab Deruxtecan zur adjuvanten Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem frühem Brustkrebs. In Europa genehmigte die EU-Kommission Ende Juli Datroway als Erstlinien-Monotherapie für metastasierten dreifach-negativen Brustkrebs.
Fortschritte in der klinischen Pipeline und operative Bilanz
Trotz der Erfolge bei der Zulassung neuer Indikationen gab es zuletzt auch Rückschläge in der Forschung. Die Kanzlei Pomerantz LLP gab am 4. August bekannt, eine Untersuchung gegen das Unternehmen und führende Führungskräfte eingeleitet zu haben.
Hintergrund ist das Scheitern der Phase-3-Studie CARDIO-TTRansform für das Medikament Wainua, das die statistische Signifikanz verfehlte. In der Folge stellte Astrazeneca zudem vier Programme in frühen Entwicklungsstadien ein, darunter einen Wirkstoff gegen Asthma, um das Portfolio neu zu priorisieren.
Die operativen Kennzahlen für das zweite Quartal 2026 fielen gemischt aus. Während der bereinigte Gewinn pro Aktie mit 2,63 US-Dollar über den Erwartungen von 2,50 US-Dollar lag, blieb der Umsatz mit 15,38 Milliarden US-Dollar geringfügig hinter den Prognosen zurück.
Das Management hielt jedoch an seinem Ausblick für das Gesamtjahr 2026 fest. Demnach wird ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich erwartet, während der Kerngewinn je Aktie im niedrigen zweistelligen Bereich zulegen soll.
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