Die Aktie von Astrazeneca kletterte am Freitagvormittag in London um 3,4 Prozent auf 14.300 Pence. Damit entwickelte sich das Papier deutlich besser als der FTSE 100, der leicht nachgab. Auslöser für die positive Kursentwicklung waren Studienergebnisse zu einem neuen Medikament gegen die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD, die weltweit als dritthäufigste Todesursache gilt.
Der in Cambridge ansässige Pharmakonzern teilte mit, dass sein Wirkstoff Tozorakimab in zwei Phase-III-Studien namens Oberon und Titania die primären Endpunkte erreicht habe. Das Medikament reduzierte die Rate der mittelschweren bis schweren Verschlechterungen bei COPD-Patienten signifikant. An den Studien nahmen mehr als 2.000 Erwachsene teil, die trotz inhalativer Standardtherapie weiterhin Symptome zeigten.
AstraZeneca PLC Aktie Chart
Neuer Wirkmechanismus soll Entzündung und Schleimbildung stoppen
Tozorakimab ist ein monoklonaler Antikörper, der auf Interleukin-33 abzielt. Sharon Barr, Executive Vice President für biopharmazeutische Forschung und Entwicklung bei AstraZeneca, bezeichnete die Ergebnisse als bedeutenden wissenschaftlichen Fortschritt. Der Wirkstoff hemme die Signalübertragung sowohl der reduzierten als auch der oxidierten Formen von IL-33, erklärte sie. Dadurch könne das Medikament nicht nur Entzündungen verringern, sondern auch den Kreislauf der Schleimfehlfunktion durchbrechen, der maßgeblich zum Fortschreiten der Erkrankung beitrage.
Die Studien umfassten eine breite Patientengruppe: ehemalige Raucher bildeten die primäre Population, doch auch aktuelle Raucher sowie Patienten mit unterschiedlichen Schweregraden der Lungenfunktion wurden eingeschlossen. Alle vier Wochen erhielten die Teilnehmer 300 Milligramm des Wirkstoffs. Nach Angaben von AstraZeneca wurde das Medikament gut vertragen und zeigte ein günstiges Sicherheitsprofil.
Weitere Studien laufen bereits in verschiedenen Indikationen
Die vollständigen Ergebnisse der beiden Studien will AstraZeneca auf einer kommenden medizinischen Konferenz präsentieren. Parallel laufen zwei weitere Phase-III-Studien zu Tozorakimab bei COPD, die den Namen Prospero und Miranda tragen. Darüber hinaus prüft das Unternehmen den Wirkstoff in einer Phase-III-Studie zur Behandlung schwerer viraler Infektionen der unteren Atemwege sowie in einer Phase-II-Studie bei Asthma.
Die positiven Daten reihen sich ein in eine Serie ermutigender Studienergebnisse bei AstraZeneca. Bereits im Februar hatte der Konzern von verbesserten Lungenfunktionswerten mit seinem Asthma-Medikament Breztri Aerosphere berichtet. Für Anleger dürfte nun entscheidend sein, wie schnell Tozorakimab zur Zulassung gebracht werden kann und welche Marktchancen sich in einem Bereich eröffnen, in dem mehr als die Hälfte der COPD-Patienten trotz Standardtherapie weiterhin unter Verschlechterungen leidet. Die Frage nach der kommerziellen Umsetzung bleibt vorerst offen, doch die Studiendaten liefern eine solide Basis für die weitere Entwicklung.
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