Zwei Milliarden Dollar für ein Zehntel eines US-Biotechs — und ein FDA-Antrag am selben Tag. Astrazeneca zeigt an diesem Dienstag, wie ernst der Konzern es mit seiner Krebs-Sparte meint.
Der britisch-schwedische Pharma-Riese investiert über wandelbare Vorzugsaktien in Summit Therapeutics und sichert sich damit rund 12 Prozent an dem Unternehmen. Der Preis pro Aktie liegt bei 18,36 Dollar — ein deutlicher Aufschlag zum zuletzt gehandelten Kurs von Summit. Die Meldung ging über den Regulierungsdienst der Londoner Börse hinaus und markiert damit eine offiziell bestätigte Transaktion.
Ivonescimab als Zielscheibe
Im Zentrum des Deals steht Ivonescimab, ein bispezifischer Antikörper, der gleichzeitig an PD-1 und VEGF andockt. Summit hatte sich die Substanz vom chinesischen Unternehmen Akeso gesichert. Astrazeneca sieht in diesem Doppelangriff auf zwei Krebsmechanismen einen Baustein für künftige Kombinationstherapien.
Konkret wollen beide Firmen das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Sonesitatug Vedotin gemeinsam mit Ivonescimab bei verschiedenen Magen-Darm-Krebsarten testen. Die Studien sollen zeitnah starten. Eine weitergehende Absichtserklärung sieht zudem vor, Ivonescimab künftig mit weiteren ADCs aus dem Astrazeneca-Portfolio zu kombinieren — die Beteiligung ist also nicht nur Kapitaleinsatz, sondern Türöffner für eine breitere klinische Partnerschaft.
Parallel zum Summit-Deal reichte Astrazeneca bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einen Zulassungsantrag für die Kombination aus Savolitinib und Osimertinib ein. Die Kombination richtet sich gegen eine bestimmte Form von Lungenkrebs mit EGFR-Mutation und MET-Treiber, gestützt durch positive Daten der Phase-III-Studie SAFFRON.
Markt reagiert deutlich
Summit Therapeutics legte an der Nasdaq zeitweise um rund 20 Prozent zu — bei einem Börsenwert von zuletzt gut 12 Milliarden Dollar keine kleine Bewegung. Die Astrazeneca-Aktie selbst zog in London ebenfalls an und kletterte im Handelsverlauf über die Marke von 12.700 Pence, deutlich über dem Eröffnungsniveau.
Marktbeobachter führen die Bewegung überwiegend auf die unternehmensspezifischen Nachrichten zurück, nicht auf ein günstiges Marktumfeld — die Ölpreise und steigende britische Anleiherenditen wirkten an diesem Tag eher belastend.
Mit dem Einstieg bei Summit setzt Astrazeneca auf externe Substanzen statt ausschließlich auf eigene Forschung. Die klinischen Studien zur Kombination mit Sonesitatug Vedotin dürften in den kommenden Monaten erste Hinweise liefern, wie tragfähig dieser Ansatz gegen mehrere Krebsarten wirklich ist.
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