AstraZeneca-Aktie: Doppelschlag aus China und USA!

Der Pharmariese beendet sein ADR-Programm an der NYSE und sichert sich gleichzeitig für bis zu 18,5 Milliarden Dollar Zugang zu chinesischen Adipositas-Medikamenten.

Auf einen Blick:
  • Umwandlung aller ADRs in Stammaktien
  • Milliarden-Deal mit chinesischem Partner CSPC
  • Einstieg in den Adipositas-Markt
  • Politische Spannungen durch China-Engagement

Astrazeneca steht vor zwei gewaltigen Entwicklungen, die den Konzern in entgegengesetzte Richtungen ziehen. Während der Pharmariese in China eine Milliardenoffensive startet, zwingt ihn eine strukturelle Umstellung zum Ende eines langjährigen US-Börsenprogramms. Was bedeutet das für Anleger?

Liquidation des ADR-Programms läuft

Am 29. Januar 2026 stellte der Precidian Funds die Annahme von Creation- und Redemption-Orders für den AstraZeneca PLC ADRhedged ein. Der Grund: AstraZeneca hat angekündigt, sein American Depositary Receipt-Programm zu beenden. Ab dem 2. Februar 2026 werden alle ausstehenden ADRs zwangsweise in Stammaktien umgewandelt. Die Aktien des ETF werden nach Handelsschluss am 29. Januar 2026 nicht mehr an der NYSE Arca gehandelt.

Der Fonds erwartet, die erhaltenen Stammaktien kurz nach dem 2. Februar zu liquidieren. Eine finale Barausschüttung an die Anteilseigner soll am 17. Februar 2026 erfolgen. Die Umstellung erfolgt im Zuge einer harmonisierten globalen Börsenstruktur, bei der AstraZeneca seine Stammaktien direkt an der New York Stock Exchange listen wird.

18,5 Milliarden Dollar für Adipositas-Pipeline

Zeitgleich sichert sich AstraZeneca massiv Zugang zum boomenden Markt für Adipositas-Medikamente. Am Freitag gab die chinesische CSPC Pharmaceutical Group bekannt, dass AstraZeneca für experimentelle Wirkstoffe eine Vorauszahlung von 1,2 Milliarden US-Dollar leistet. Die Gesamtsumme könnte auf bis zu 17,3 Milliarden Dollar anschwellen, sollten alle Entwicklungs- und Verkaufsziele erreicht werden.

Die Lizenzvereinbarung vertieft eine bestehende Kooperation zwischen beiden Unternehmen. Mit diesem Deal positioniert sich AstraZeneca aggressiv in einem Marktsegment, das von Schwergewichten wie Novo Nordisk und Eli Lilly dominiert wird. Der Gesamtwert der Transaktion beläuft sich auf 18,5 Milliarden Dollar.

Politische Spannungen zwischen London und Washington

Parallel dazu sorgt die China-Strategie von Premierminister Keir Starmer für Verstimmung in Washington. Bei seinem Besuch in Shanghai verkündete Starmer am 30. Januar 2026 konkrete Fortschritte: China senkt Zölle auf britischen Whisky und lockert Visa-Regeln. Auf dem Trip begleiteten ihn 60 Wirtschaftsführer.

Das Hauptinvestment floss allerdings in die Gegenrichtung. AstraZeneca verpflichtete sich, 15 Milliarden Dollar in China zu investieren. US-Präsident Donald Trump reagierte scharf: „Es ist sehr gefährlich für sie, das zu tun.“ Starmer konterte, es wäre töricht, China zu ignorieren, und verwies auf ähnliche Besuche von Emmanuel Macron und den geplanten Trip von Friedrich Merz.

China hat zudem Reisebeschränkungen für eine Gruppe britischer Parlamentarier aufgehoben, die Peking kritisiert hatten. Die politische Dimension des Deals dürfte die Geschäftsbeziehungen von AstraZeneca in den kommenden Monaten beeinflussen.

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