Die Nachfrage nach Konnektivitätslösungen für künstliche Intelligenz beschert Astera Labs weiteren Rückenwind an der Börse. Im heutigen Handel kletterte das Papier um 8,3 % auf 351,00 Euro. Damit setzt sich eine dynamische Aufwärtsbewegung fort, die der Aktie seit Jahresanfang ein Plus von 140 % eingebracht hat.
Konnektivität wird zum Nadelöhr für KI-Cluster
Der Treiber hinter dem jüngsten Optimismus ist die Erkenntnis, dass die Grenzen beim Ausbau moderner Rechenzentren nicht mehr allein durch die reine Rechenleistung der Prozessoren bestimmt werden.
Sanjay Gajendra, Präsident und Mitgründer von Astera Labs, betonte gestern, dass die zentralen Engpässe zunehmend bei der Konnektivität, dem Speicherzugriff und den Netzwerken liegen. Gajendra schätzt, dass mittlerweile neun von zehn derzeit entstehenden Rechenzentren auf Technologie des Unternehmens setzen.
Astera Labs wurde 2017 gegründet und beschäftigt weltweit rund 1.200 Mitarbeiter. Um der anhaltenden Nachfrage zu begegnen, baut das Unternehmen seine Entwicklungsstandorte weiter aus; die Belegschaft des israelischen Entwicklungszentrums soll bis zum Jahresende auf rund 200 Beschäftigte anwachsen. Dort entstehen unter anderem die Scorpio-Chips, die für Bandbreiten von über 100 Terabit pro Sekunde ausgelegt sind.
Scorpio-Plattform und PCIe-6 treiben das Geschäft
Operativ stützt sich das rasante Wachstum auf neue Produktgenerationen. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 392,4 Millionen US-Dollar, was einem Zuwachs von gut 104 % im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Dabei machten Produkte auf Basis des Übertragungsstandards PCIe-6 bereits mehr als die Hälfte des Quartalsumsatzes aus.
Zusätzliche Dynamik verspricht die Scorpio X-Serie, die sich in der Volumenproduktion befindet. Nach Einschätzung des Managements soll die Scorpio-Familie im dritten Quartal zur größten Produktlinie des Halbleiterspezialisten aufsteigen.
Für dieses Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz zwischen 540 und 560 Millionen US-Dollar sowie ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,16 bis 1,21 US-Dollar in Aussicht. Konkrete Zahlen zur Scorpio-Entwicklung erwartet der Markt am 3. November.
Hohe Kundenkonzentration bleibt zentrales Risiko
Trotz der starken operativen Kennzahlen verweisen Marktbeobachter auf ein strukturelles Risiko: das Geschäft hängt in hohem Maße an wenigen Großkunden. Im Geschäftsjahr 2025 entfielen mehr als 70 % der Erlöse auf einen einzigen Kunden, während die drei größten Abnehmer zusammen rund 86 % des Gesamtumsatzes ausmachten.
Für die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, ob es Astera Labs gelingt, neben dem führenden Hyperscaler zusätzliche Kunden für die Scorpio-X-Plattform zu gewinnen und die Umsatzbasis breiter aufzustellen.
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