AST SpaceMobile meldet Fortschritte beim Satellitennetz, doch Zweifel am Starttempo belasten die Aktie. Die heutige Tagesveränderung beträgt -7,5%. Als Treiber des jüngsten Rückgangs gilt eine gestern veröffentlichte Abstufung durch Piper Sandler. Für Anleger steht damit der Gegensatz zwischen technischen Fortschritten und Risiken beim weiteren Ausbau im Mittelpunkt.
Satelliten und Netztests kommen voran
Am Samstag teilte AST SpaceMobile mit, dass die BlueBird-Satelliten 14, 15 und 16 in Cape Canaveral eingetroffen seien. Die Ankunft dokumentiert einen Fortschritt bei der Vorbereitung des weiteren Netzausbaus. Sie ist allerdings nicht mit einem erfolgten Satellitenstart gleichzusetzen.
Diese Unterscheidung ist für die Einordnung entscheidend: Fortschritte am Boden beantworten noch nicht die Frage nach dem tatsächlichen Starttempo. Genau dort setzt die skeptischere Analysteneinschätzung an.
Nach Unternehmensangaben lief in Texas außerdem der Satellitenbau bis einschließlich BlueBird 50. Damit stehen den Sorgen um den Ausbau konkrete Fortschritte in der Fertigung gegenüber.
Auch bei der Verbindung mit bestehenden Mobilfunknetzen gab es einen operativen Schritt. AST SpaceMobile und TELUS schlossen am 5. Oktober ihren ersten Integrationstest ab. Dabei verbanden sie das Mobilfunknetz von TELUS mit dem Satellitennetz von AST SpaceMobile. Getestet wurden Breitbanddaten, Sprachanrufe und Textnachrichten auf handelsüblichen Smartphones.
Der Test belegt damit eine technische Integration. Die von Analysten diskutierten Fragen zur Verfügbarkeit von Startkapazitäten beantwortet er hingegen nicht.
Analysten gewichten die Risiken unterschiedlich
Piper Sandler stufte AST SpaceMobile gestern von „Overweight“ auf „Neutral“ ab und senkte das Kursziel von 98 $ auf 54 $. Das Haus begründete den Schritt mit geringerem Vertrauen in das Satellitenstarttempo für 2026–2027.
Hinzu kamen der Wettbewerb durch SpaceX und mögliche Engpässe bei den Startkapazitäten. Der vorsichtigere Blick betrifft damit nicht allein die technische Entwicklung, sondern auch die Umsetzung des geplanten Ausbaus unter Wettbewerbsdruck.
Die Deutsche Bank setzte am Montag einen anderen Akzent. Sie hob ihre Empfehlung von „Hold“ auf „Buy“ an und behielt das Kursziel von 93 $ bei. Nach ihrer Einschätzung übertrieb die Marktreaktion auf den Frequenzschritt von SpaceX dessen Bedrohungspotenzial.
SpaceX vereinbarte am 8. Oktober den Erwerb eines landesweiten Portfolios von Frequenzlizenzen im 800-MHz-Band von Grain Management. Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt einer Genehmigung durch die FCC.
Die gegensätzlichen Empfehlungen zeigen den Kern der Bewertungsfrage: Technische Fortschritte sind vorhanden. Wie schwer Startkapazitäten und zusätzlicher Wettbewerb wiegen, beurteilen die beiden Häuser jedoch deutlich unterschiedlich.
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