AST SpaceMobile Aktie: SpaceX-Start für BlueBird 11 bis 13

Der Satellitenbetreiber steht vor einem richtungsweisenden SpaceX-Start. Der Kursverfall der letzten Wochen erhöht den Druck auf das Unternehmen, seine Zuverlässigkeit unter Beweis zu stellen.

Auf einen Blick:
  • SpaceX-Mission mit drei BlueBird-Satelliten geplant
  • Aktie verliert binnen Monatsfrist über 30 Prozent
  • Wandelanleihe bringt Milliarde an frischem Kapital
  • Rakuten-Starttermin als wichtiger Meilenstein

Die Erzählung um AST SpaceMobile hat sich verschoben. Es geht nicht mehr um die Frage, ob das Unternehmen sein Satellitennetz aufbaut — sondern wie. Der Markt hat darauf mit einer Härte reagiert, die selbst für diese volatile Aktie ungewöhnlich ist: Nach einem Schlusskurs von 51,20 Euro am Freitag steckt das Papier in einer tiefen Korrektur, 31,37 Prozent Verlust allein in den letzten 30 Tagen. Für mich ist genau diese Woche der eigentliche Prüfstein — nicht die Kurstafel, sondern der Weltraumbahnhof.

Am 5. August soll eine SpaceX-Falcon-9-Rakete die Satelliten BlueBird 11 bis 13 ins All bringen. Diese Mission wird zeigen, ob AST SpaceMobile die Kontrolle über seinen Zeitplan zurückgewinnt.

Die Altlast heißt Blue Origin

Der Ursprung der aktuellen Nervosität liegt im April. Am 19. April scheiterte der Start von BlueBird 7, weil eine Blue-Origin-Rakete den Satelliten in der falschen Umlaufbahn aussetzte. Die Folge: Der geplante Servicestart verschob sich auf 2027, und das Unternehmen musste für den laufenden Startzyklus auf SpaceX umschwenken.

Genau das macht den Start am 5. August so bedeutsam. Er ist der erste ernsthafte Beleg dafür, dass die Partnerschaft mit SpaceX das Startrisiko tatsächlich senkt. Ermutigend ist zudem, dass die Fertigung bereits bei Satellit Nummer 42 angekommen ist — das Produktionsproblem scheint sich zu entspannen, auch wenn die Startkapazität weiterhin die variable Größe bleibt.

Bewertung unter Druck, Bilanz mit Fragezeichen

Bei einer Marktkapitalisierung von 19,66 Milliarden Euro bleibt AST SpaceMobile hoch bewertet — gemessen an der Umsatzprognose von 150 bis 200 Millionen US-Dollar für 2026 wirkt das ambitioniert. Die Kapitalerhöhung über Wandelanleihen im Volumen von 1,0 Milliarden US-Dollar sichert zwar die nötige Liquidität für den Ausbau der Satellitenflotte. Sie dürfte aber zum Kursrückgang von 17,42 Prozent seit Jahresbeginn beigetragen haben.

Charttechnisch sucht die Aktie einen Boden. Der RSI von 40,9 signalisiert noch keine klassisch überverkaufte Lage, doch der Abstand von 55,32 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bei 114,60 Euro zeigt, wie viel Luft aus der Bewertung bereits entwichen ist. Mein Blick richtet sich weniger auf diese Kennzahl als auf das, was in den kommenden Tagen am Startplatz passiert.

Starke Partner, schnellere Konkurrenz

Die Bullen-These stützt sich auf ein beeindruckendes Partnernetzwerk: AT&T, Verizon, Vodafone, Google und Rakuten stehen auf der Kundenliste. Besonders der bevorstehende Start der Direct-to-Cell-Dienste in Japan mit Rakuten Mobile liefert einen greifbaren Meilenstein. Er könnte die Aktie vom allgemeinen „Weltraum-Hype“ lösen und stattdessen an echte, abo-basierte Nutzung koppeln.

Allerdings tickt die Uhr auch für die Konkurrenz. Führungskräfte von AT&T haben selbst darauf hingewiesen, dass SpaceX und Amazon an eigenen Direct-to-Device-Lösungen arbeiten. AST SpaceMobiles BlueBird-Block-2-Satelliten tragen zwar mit 223 Quadratmetern die größten kommerziellen Antennen im niedrigen Erdorbit — technische Überlegenheit zählt aber nur, wenn die Konstellation kritische Masse erreicht, bevor Wettbewerber den Markt besetzen.

Mein Fazit: Geduld wird belohnt

Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 69,76 Euro — ein Aufwärtspotenzial von 36,3 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss. Bei einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 109,44 Prozent ist das kein Terrain für schwache Nerven. Die fundamentale These bleibt für mich dennoch intakt: AST SpaceMobile baut ein zelluläres Breitbandnetz, das ohne Spezial-Hardware auf Smartphones funktioniert.

Gelingt der Start von BlueBird 11 bis 13 in dieser Woche, wäre das mehr als nur ein weiterer Raketenstart. Es wäre das Signal, dass das Unternehmen die Startanbieter-Krise überwunden hat und wieder Kurs auf die von einigen Analysten favorisierten Umsatzprojektionen von 2,1 Milliarden US-Dollar für 2028 nimmt. Die Nähe zum 52-Wochen-Tief von 31,60 Euro — aktuell liegt der Kurs 62,03 Prozent darüber — macht das aktuelle Niveau zu einem echten Testfeld für alle, die an die langfristige Story glauben.

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