Das US-Raumfahrtunternehmen AST SpaceMobile bereitet den nächsten Wachstumsschritt für sein satellitengestütztes Mobilfunknetz vor. Während die physische Satellitenkonstellation im Orbit wächst, treibt das Management nun die Skalierung der Bodeninfrastruktur und der Produktionskapazitäten massiv voran. Ziel ist der Übergang von der Testphase zum kommerziellen Regelbetrieb.
Skalierung der Satellitenfertigung in Midland
Medienberichten zufolge finalisiert das Unternehmen heute eine Erweiterung seiner Montageanlage in Midland, Texas, um rund 400.000 Quadratfuß. Unterstützt wird dieses Vorhaben durch eine leistungsbezogene Vereinbarung mit der Stadt Midland, die über einen Zeitraum von 30 Jahren Anreize im Wert von bis zu 66 Millionen US-Dollar vorsieht.
Mit der erweiterten Fläche strebt AST SpaceMobile eine Produktionsrate von sechs Satelliten pro Monat an. Diese Kapazität ist entscheidend, um den globalen Konnektivitätsdienst zeitnah ausrollen zu können.
Parallel zum Ausbau der Infrastruktur gab es personelle Weichenstellungen: Dem Finanzchef und Rechtsvorstand Andrew Martin Johnson wurden am Montag 75.000 Restricted Stock Units (RSUs) zugeteilt. Diese Aktienanwartschaften sind an eine Haltefrist gebunden und beginnen ab dem 30. Mai 2027 über drei Jahre zu vesten.
Expansion des Satelliten-Netzwerks und finanzielle Basis
Bereits am 10. August konnte das Unternehmen einen operativen Meilenstein vermelden: Die Satelliten BlueBird 11, 12 und 13 haben nach ihrem Start am 5. August erfolgreich ihre Zielorbits erreicht. Damit umfasst die Konstellation nun 13 Einheiten.
Diese Erweiterung ermöglicht es, noch in diesem Jahr gemeinsam mit Partnern erste Beta-Dienste für Endkunden anzubieten. Das Management gab zudem Einblick in die Kostenstruktur: Die durchschnittlichen Kapitalkosten pro Satellit inklusive Start liegen aktuell zwischen 21 und 23 Millionen US-Dollar.
Finanziell blickt das Unternehmen auf ein umsatzstarkes zweites Quartal zurück, in dem 31,5 Millionen US-Dollar erlöst wurden, getrieben durch Regierungsaufträge und kommerzielle Meilensteine. Dem stand jedoch ein Nettoverlust von 230,9 Millionen US-Dollar gegenüber.
Mit einem Auftragsbestand von rund 1,3 Milliarden US-Dollar und einer pro forma Cash-Position von 3,7 Milliarden US-Dollar zum Ende des ersten Halbjahres ist die Finanzierung des weiteren Ausbaus zunächst gesichert.
Einen Beitrag leistet hierbei auch das J-LEO-Projekt in Japan, das AST SpaceMobile in Zusammenarbeit mit Rakuten umsetzt und das einen Zugang zu bis zu einer Milliarde US-Dollar an nicht-verwässerndem Kapital eröffnet.
Analysten reagieren auf Quartalszahlen und Investitionsbedarf
Im Nachgang der jüngsten Geschäftszahlen passten mehrere Analysehäuser ihre Einschätzungen an. Bryan Kraft von der Deutschen Bank stufte die Aktie am 12. August von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel von 117 auf 93 US-Dollar.
Zur Begründung wurde auf den anhaltend hohen Kapitalbedarf für die weitere Expansion verwiesen. Am selben Tag reduzierte auch die Bank of America ihr Kursziel von 95 auf 80 US-Dollar und bestätigte die Einstufung mit „Neutral“.
An der Börse reagierte das Papier heute mit einem leichten Rückgang von 0,7 Prozent auf 56,80 Euro. Damit notiert der Wert rund 50 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im Mai bei 114,60 Euro erreicht worden war. Trotz der jüngsten Volatilität zeigen Pflichtmitteilungen von Großinvestoren wie Alphabet, dass institutionelle Ankeraktionäre ihre Positionen im zweiten Quartal unverändert hielten.
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