Gestern wurden mehrere Wertpapier-Sammelklagen gegen AST SpaceMobile sowie einzelne Führungskräfte eingereicht. Die Verfahren beziehen sich auf den Zeitraum vom 4. März 2025 bis zum 15. Juli 2026. Den Verantwortlichen wird vorgeworfen, den Kapitalbedarf sowie die Liquiditätslage des Unternehmens unzutreffend dargestellt zu haben.
Im Zentrum der juristischen Vorwürfe steht die Kommunikation rund um den Aufbau des Satellitennetzwerks für direkte Mobilfunkverbindungen. Kläger machen geltend, dass wesentliche Risiken und Wettbewerbsfaktoren nicht transparent vermittelt worden seien.
Kritik an Finanzierungsrunden und Wettbewerbslage
Nach den Klageschriften spiegelten die Aussagen des Unternehmens zur Liquidität den tatsächlichen Finanzierungsbedarf nicht wider. Dieser führte zwischen Oktober 2025 und Juli 2026 zur Ausgabe von Wandelanleihen über insgesamt 3,0 Milliarden $.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft eine Ankündigung vom 15. Juli 2026. Damals erklärte das Unternehmen, es gebe keine Vereinbarungen über strategische Transaktionen, obwohl Erlöse für Übernahmen und Partnerschaften vorgesehen waren. Gleichzeitig sei ein dauerhafter Wettbewerbsvorsprung suggeriert worden, ohne den 19 Milliarden $ schweren Kauf von EchoStar-Frequenzen durch SpaceX zu berücksichtigen.
Zudem sollen Berichte eine verhaltene Nutzerakzeptanz in den USA sowie in Japan verschwiegen haben. Dieser Aspekt floss am 6. Januar 2026 in die Herabstufung durch einen Analysten ein.
Partnerschaften und operative Vorgaben
Auf operativer Ebene treibt das Unternehmen die Integration seiner Technologie dennoch voran. Über das Gemeinschaftsunternehmen Satellite Connect Europe laufen entsprechende Tests mit mehreren europäischen Telekommunikationskonzernen, darunter Telefónica, Orange und Deutsche Telekom.
Im zweiten Quartal 2026 belief sich der Nettoverlust auf 0,77 $ je Aktie bei einem Umsatz von 31,5 Millionen $. Das Management hält für das Gesamtjahr 2026 an seiner Umsatzprognose von 150 bis 200 Millionen $ fest. Dabei wird ein deutlicher Schwerpunkt auf dem vierten Quartal erwartet.
Kursentwicklung an der Börse
Trotz der neu eingereichten Klagen zeigte sich die Aktie an den Märkten zuletzt stabil. Am gestrigen Dienstag legte das Papier um 3,7 Prozent auf 56,00 Euro zu. Mit diesem Niveau notiert der Wert 38 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.
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