Der Aufbau des ersten weltraumgestützten Mobilfunknetzes für handelsübliche Smartphones erreicht entscheidende Etappen. Medienberichten zufolge informierte AST SpaceMobile die US-Aufsichtsbehörden am vergangenen Mittwoch darüber, dass der Betrieb in Großbritannien gemeinsam mit Vodafone unmittelbar bevorsteht.
Diese Ankündigung folgte auf umfangreiche technische Bewertungen zur Vermeidung von Signalinterferenzen. Ergänzend dazu erhielt das Unternehmen am vergangenen Freitag die Genehmigung der US-Fernmeldebehörde FCC für Tests im 800-MHz-Frequenzbereich, was die regulatorische Basis für die geplanten Satellitendienste weiter festigt.
Expansion des Netzwerks und technologische Tests
Die Bestrebungen in Europa beschränken sich dabei nicht nur auf den britischen Markt. Bereits am 6. August gab das Unternehmen eine deutliche Ausweitung der Aktivitäten mit mehreren großen Netzbetreibern bekannt.
Neben Vodafone zählen dazu auch die Deutsche Telekom, Orange, Telefónica sowie Vodafone Ukraine. Aktuell laufen Integrationstests in Ländern wie Deutschland, Irland, Rumänien, Spanien und Frankreich, um die technische Einsatzbereitschaft der sogenannten Direct-to-Cell-Technologie sicherzustellen.
Parallel zum regulatorischen Fortschritt baut der Konzern seine Infrastruktur im Erdorbit massiv aus. Am 5. August wurden die Satelliten BlueBird 11, 12 und 13 erfolgreich an Bord einer Falcon-9-Rakete ins All befördert. Damit umfasst die Konstellation im Orbit nun insgesamt 13 Einheiten.
Laut Unternehmensangaben befindet sich die Hardware-Produktion für weitere Einheiten bis hin zur Kennnummer BlueBird 46 bereits im fortgeschrittenen Stadium, um künftige Beta-Dienste mit strategischen Partnern zu unterstützen.
Geschäftszahlen und Ausblick auf das Gesamtjahr
Auf der finanziellen Seite legte AST SpaceMobile am 10. August die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vor. Das Unternehmen erzielte einen Umsatz von 31,5 Millionen US-Dollar, der primär durch Meilensteine bei Verträgen mit der US-Regierung sowie die Auslieferung kommerzieller Gateways generiert wurde.
Trotz eines ausgeweiteten Verlusts in diesem Zeitraum bekräftigte das Management die Prognose für das Gesamtjahr. Demnach wird ein Jahresumsatz in einer Spanne von 150 bis 200 Millionen US-Dollar angestrebt.
Das Analysehaus Cantor Fitzgerald reagierte am 11. August auf die operativen Entwicklungen und hob das Kursziel für die Aktie von 80 auf 90 US-Dollar an bei einer gleichzeitigen Einstufung auf „Overweight“. Die Analysten verwiesen dabei auf die wachsende Kapazität der Satellitenflotte, die mittlerweile über eine kombinierte Apertur-Hardware von 20.000 Quadratfuß verfügt.
An der Börse notiert das Papier heute bei 62,10 Euro, was einem Zuwachs von 2,0 Prozent entspricht. Damit liegt der Kurs aktuell 12 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Anleger beobachten nun genau, ob die unmittelbar bevorstehenden operativen Schritte in Großbritannien die Grundlage für eine nachhaltige Umsatzgenerierung im zweiten Halbjahr bilden können.
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