Der Satellitenbetreiber AST SpaceMobile hat einen wichtigen Meilenstein erreicht – und trotzdem fallen die Aktien. Am Dienstag verlor das Papier 4,53 Prozent auf 67,40 Euro.
Der Grund für den Kursverlust liegt nicht im operativen Geschäft. Im Gegenteil: AST SpaceMobile bestätigte den Transport des Satelliten BlueBird 11 von der Produktionsstätte in Texas nach Cape Canaveral. Der Start ist für August geplant.
Technologischer Sprung im Orbit
BlueBird 11 gehört zu einer neuen Serie. Nachdem die Satelliten 8 bis 10 Mitte Juni 2026 gestartet sind, bereitet das Unternehmen nun den nächsten Dreierpack vor: die BlueBirds 11, 12 und 13.
Die technischen Unterschiede zur ersten Generation sind signifikant. Die neuen Einheiten verfügen über Phased-Array-Antennen mit einer Fläche von rund 223 Quadratmetern. Die erwarteten Spitzendatenraten liegen bei etwa 98,9 Mbps – fast doppelt so schnell wie die ersten Orbital-Assets des Unternehmens.
Die Produktion läuft bereits für Satelliten bis zur Nummer 38. AST SpaceMobile will bis Ende 2026 eine Konstellation von 45 Satelliten erreichen. Das Ziel: durchgehende Mobilfunkabdeckung aus dem All.
Kurs trotz Fortschritt unter Druck
Die Aktie steckt in einer Talfahrt. Auf Sieben-Tage-Sicht verlor sie 13,37 Prozent, im Monatsvergleich 15,64 Prozent. Der aktuelle Kurs von 67,40 Euro liegt 41,19 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 114,60 Euro aus Ende Mai.
Die Marktkapitalisierung spiegelt die hohen Erwartungen – und die enormen Kosten des Satellitenbaus. Der 14-Tage-RSI steht bei 44,2 Punkten. Das signalisiert weder Überverkauf noch Überschwang, sondern neutrale Dynamik.
Der Kurs notiert unter dem 50-Tage-Durchschnitt (75,48 Euro) und dem 200-Tage-Durchschnitt (72,04 Euro). Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 125 Prozent – typisch für die Branche, aber kein Zeichen von Ruhe.
Partnerschaften als Rückgrat
Strategisch ist AST SpaceMobile gut aufgestellt. Rund 60 Mobilfunknetzbetreiber weltweit arbeiten mit dem Unternehmen zusammen. Darunter Schwergewichte wie AT&T, Verizon, Vodafone und Google.
Die Zahlen für das zweite Quartal 2026 werden mit Spannung erwartet. Analysten rechnen mit einem Verlust je Aktie von minus 0,28 Dollar – das wäre eine Verbesserung um knapp 32 Prozent im Jahresvergleich. Der Umsatz soll bei rund 34,3 Millionen Dollar liegen.
Bis dahin bleibt der Kurs anfällig für die typischen Schwankungen der Raumfahrtbranche. Der nächste große Test: der erfolgreiche Start von BlueBird 11 im August. Gelingt er, gewinnt die Narrative neues Gewicht.
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