Nach einer Phase erhöhter Volatilität steht AST SpaceMobile vor einer entscheidenden Woche, die sowohl technologische als auch strategische Weichenstellungen markiert. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht der für morgen geplante Start von drei neuen Satelliten der BlueBird-Reihe. Flankiert wird dieses operative Ereignis von Berichten über eine engere Zusammenarbeit mit dem Technologiekonzern Meta, was der Aktie bereits am gestrigen Montag deutlichen Auftrieb verlieh.
SpaceX-Mission und technische Meilensteine
Der Start der Satelliten BlueBird 11 bis 13 ist für den morgigen Mittwoch um 3:42 Uhr Ortszeit (EDT) von Cape Canaveral in Florida vorgesehen. Eine Falcon 9-Rakete von SpaceX soll die Einheiten in den Orbit befördern. Für das Unternehmen ist diese Mission ein wichtiger Schritt zur Wiederherstellung der Startfrequenz, nachdem die Mission BlueBird 7 am 19. April aufgrund einer Anomalie bei einer Drittanbieter-Rakete verloren ging. Mit dem Erfolg der vorangegangenen Mission von Mitte Juni zeigt sich AST SpaceMobile nun resilient.
Die neuen Satelliten des Typs Block 2 verfügen über Kommunikations-Arrays mit einer Fläche von rund 2.23 square meters (2.400 Quadratfuß). Diese Technik soll die Leistungsfähigkeit des Netzes massiv steigern. Medienberichten zufolge versprechen die neuen Einheiten fast eine Verdopplung der Download-Geschwindigkeit auf bis zu 98,9 Mbps. Das langfristige Ziel des Unternehmens bleibt ehrgeizig: Innerhalb von weniger als sieben Monaten sollen insgesamt 38 Satelliten im All positioniert werden. Um eine kontinuierliche Abdeckung in den USA zu gewährleisten, werden laut Unternehmensangaben etwa 45 bis 60 Satelliten benötigt.
Strategische Vision für WhatsApp über Satellit
Ein wesentlicher Treiber für das gestiegene Anlegerinteresse ist die Vision einer Satelliten-Anbindung für den Messengerdienst WhatsApp. Vinod Samarawickrama, eine Führungskraft bei Meta, skizzierte in einem Workshop die Möglichkeiten, WhatsApp direkt über das Satellitennetz von AST SpaceMobile zu integrieren. Diese Direct-to-Device-Konnektivität (D2D) würde es Nutzern ermöglichen, auch in Regionen ohne herkömmliche Mobilfunkabdeckung über den Dienst zu kommunizieren.
Diese Kooperation ergänzt die bestehenden Partnerschaften mit Schwergewichten der Telekommunikationsbranche wie AT&T, Verizon, Vodafone und Rakuten. Während Wettbewerber wie Starlink ebenfalls an Mobilfunklösungen aus dem All arbeiten, positioniert sich AST SpaceMobile durch seine spezialisierten Antennen-Arrays, die deutlich höhere Datenraten als die Konkurrenz ermöglichen sollen. Ein Beta-Dienst in Zusammenarbeit mit den US-Providern AT&T und Verizon wird für das späte Jahr 2026 angestrebt.
Analysten-Stimmen und Ausblick auf die Quartalszahlen
Die finanzielle Bewertung des Unternehmens sorgt unter Analysten für Gesprächsstoff. Die Experten von Scotiabank hoben ihr Rating jüngst auf „Sector Perform“ an und korrigierten das Kursziel von 41,20 US-Dollar auf 50,80 US-Dollar nach oben. Demgegenüber steht eine Analyse von Simply Wall St, die den fairen Wert des Titels sogar bei 170 US-Dollar verortet und die Aktie damit als massiv unterbewertet ansieht.
Am kommenden Montag, den 10. August, wird das Unternehmen seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen. Diese Zahlen stehen unter besonderer Beobachtung, da das erste Quartal mit einem Verlust je Aktie von 0,66 US-Dollar und einem Umsatz von 14,74 Millionen US-Dollar hinter den Markterwartungen zurückgeblieben war. Die Aktie notiert aktuell bei 56,00 € und damit etwa 51,13% unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Zudem liegt das Papier rund 18,80% unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 68,96 €, was die Bedeutung des bevorstehenden Raketenstarts als potenziellen Katalysator für eine Trendwende unterstreicht.
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