AST SpaceMobile Aktie: 191-Millionen-Verlust im ersten Quartal

AST SpaceMobile sammelt eine Milliarde Dollar ein, enttäuscht aber mit Umsatz und verschiebt den kommerziellen Start. Analysten bleiben dennoch optimistisch.

Auf einen Blick:
  • Milliarden-Wandelanleihe platziert
  • Umsatz verfehlt Erwartungen deutlich
  • Kommerzieller Start auf 2027 verschoben
  • Analysten bestätigen positive Bewertung

Die Ankündigung einer umfangreichen Finanzierungsmaßnahme sowie die Vorlage enttäuschender Geschäftszahlen belasteten die Stimmung im Sektor zuletzt deutlich. Dennoch zeigen sich institutionelle Analysten für die langfristige Entwicklung des Satelliten-Netzwerks weiterhin zuversichtlich.

Massive Finanzspritze durch Wandelanleihe

Im Zentrum der aktuellen Entwicklung steht die Platzierung einer Wandelanleihe im Volumen von einer Milliarde US-Dollar. Die bis zum Jahr 2034 laufenden Papiere sind mit einem Zinssatz von 1,625 % verzinst. Der ursprüngliche Wandlungspreis wurde auf 79,57 US-Dollar festgesetzt, was einem Aufschlag von rund 20 % entspricht. Durch den Einsatz spezieller Finanzinstrumente, sogenannter Capped Calls, liegt der effektive Wandlungspreis für das Unternehmen sogar bei 149,20 US-Dollar.

Der Nettoerlös aus dieser Transaktion wird auf rund 983,6 Millionen US-Dollar beziffert. Laut Medienberichten könnte das Kapital für Expansionsinitiativen oder die Übernahme eines Startdienstleisters genutzt werden, worauf der Analyst Tim Farrar hinweist. Kritiker verweisen hingegen auf die potenzielle Verwässerung der bestehenden Aktionäre um etwa 3 %, sollte es zu einer vollständigen Wandlung in neue Aktien kommen.

Enttäuschende Geschäftszahlen und verzögerte Zeitpläne

Parallel zur Kapitalaufnahme enttäuschte AST SpaceMobile mit den Zahlen für das erste Quartal 2026. Der gemeldete Umsatz lag bei lediglich 14,7 Millionen US-Dollar und verfehlte damit die Markterwartungen von 38,4 Millionen US-Dollar deutlich. Der Nettoverlust weitete sich auf 191 Millionen US-Dollar aus, nachdem er im Vorjahreszeitraum noch bei 45,7 Millionen US-Dollar gelegen hatte. Trotz dieser operativen Verluste verfügt das Unternehmen nach der jüngsten Finanzierung über liquide Mittel von geschätzt mehr als 3,4 Milliarden US-Dollar.

Herausforderungen ergeben sich zudem beim Zeitplan für den kommerziellen Betrieb. Der Start des vollen Dienstleistungsangebots verzögert sich nach Unternehmensangaben auf Anfang 2027. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Inbetriebnahme von rund 45 BlueBird-Satelliten angestrebt. Ein wichtiger Meilenstein steht jedoch unmittelbar bevor: Die Satelliten BlueBird 11 bis 13 sind bereits in Cape Canaveral eingetroffen und sollen im August 2026 ins All befördert werden.

Analysten sehen trotz Kurseinbruch Potenzial

Trotz der kurzfristigen Belastungen durch die Kapitalverwässerung und operative Verzögerungen bleibt die Einschätzung vieler Experten positiv. Die Analysten von Piper Sandler starteten die Abdeckung des Wertes mit einer Einstufung als „Overweight“ und einem Kursziel von 100 US-Dollar. Auch das Bankhaus B. Riley hob die Aktie auf „Buy“ mit einem Ziel von 85 US-Dollar an. Ein Analyst bezeichnete die Sorgen über die Finanzierung als „vollkommen missverstanden“ und verwies auf die starke Partnerschaft mit über 60 Mobilfunknetzbetreibern wie AT&T und Verizon.

Das Marktumfeld im Weltraumsektor bleibt derweil hochvolatil. Goldman Sachs zufolge schwankt ein entsprechender Korb von Raumfahrtaktien etwa fünfmal stärker als der S&P 500. Nach einem schwachen Wochenverlauf konnte sich der Titel zuletzt leicht stabilisieren. Am Freitag verzeichnete das Papier ein Plus von 5,41 %. Damit ging der Wert bei 50,70 € aus dem Handel. Trotz dieser Erholung notiert die Aktie derzeit rund 55,76 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 114,60 €, das Ende Mai 2026 erreicht wurde.

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