AST SpaceMobile Aktie: 155 bis 160 Millionen Abschreibung

Insiderverkäufe von CTO und CFO sowie ein verlorener Satellit drücken den Kurs von AST SpaceMobile um 12 Prozent.

Auf einen Blick:
  • Aktie verliert über zwölf Prozent
  • Technologiechef und Finanzvorstand verkaufen
  • Satellitenverlust führt zu Millionenabschreibung
  • Neuer Start von drei Satelliten steht bevor

Ein schwerer Freitag für AST SpaceMobile. Die Aktie des Satellitenbetreibers verlor 12,01 Prozent und schloss bei 81,30 Euro. Der Kurs liegt nun 29 Prozent unter dem Rekordhoch von 114,60 Euro, das Ende Mai erreicht wurde.

Zwei Faktoren belasten: Insiderverkäufe und ein allgemeiner Rückzug aus dem Raumfahrtsektor. Hinzu kommt die finanzielle Quittung für einen verlorenen Satelliten.

CTO und CFO stoßen Aktien ab

Laut aktuellen Pflichtmitteilungen reichte Technologiechef Huiwen Yao am 5. Juni eine Rule-144-Notiz für den Verkauf von 40.000 Aktien ein. Die Papiere stammen aus einer Optionseinlösung vom 19. Mai. Bereits im März hatte Yao Anteile im Wert von rund 3,56 Millionen Dollar verkauft.

Auch Finanzvorstand Andrew Channing wurde aktiv. Er verkaufte 5.000 Aktien zu 90,25 Dollar. Die Transaktionen fallen in eine ohnehin volatile Woche.

Der BlueBird-7-Verlust schmerzt

Die Marktteilnehmer verdauen derweil die finanziellen Folgen eines technischen Rückschlags. Beim Fehlstart einer Blue-Origin-Rakete am 28. Mai ging der Satellit BlueBird 7 verloren. Die Folge: eine außerplanmäßige Abschreibung von 155 bis 160 Millionen Dollar.

Im ersten Quartal 2026 wies AST SpaceMobile einen Nettoverlust von rund 191 Millionen Dollar aus. Der Umsatz lag mit 14,7 Millionen Dollar unter den Analystenerwartungen. Für das Gesamtjahr stellt das Management 150 bis 200 Millionen Dollar in Aussicht.

Die Bilanz bietet jedoch Stabilität. Rund 3,5 Milliarden Dollar an Barmitteln und ein Auftragsbestand von über 1,2 Milliarden Dollar geben Spielraum.

Start der nächsten Satelliten rückt näher

Trotz der Kursverluste steht ein entscheidender Moment bevor. Drei BlueBird-Satelliten (8, 9 und 10) sollen Mitte Juni an Bord einer SpaceX Falcon 9 starten. Ohne diese Mission lässt sich der kommerzielle Direct-to-Device-Dienst nicht ausrollen.

Die regulatorischen Hürden sind gefallen. Die FCC genehmigte am 1. Juni den Betrieb von bis zu 248 Satelliten für mobile Dienste in den USA. AST arbeitet dabei mit AT&T und Verizon zusammen.

Sektor unter Druck

Der Ausverkauf am Freitag traf nicht nur AST SpaceMobile. Meldungen, wonach S&P Global eine beschleunigte Aufnahme von SpaceX in den S&P 500 ablehnte, lösten eine Verkaufswelle bei Wettbewerbern wie Rocket Lab und Redwire aus.

Die technische Lage ist gedämpft. Der RSI ist mit 47,8 Punkten neutral bis leicht bärisch. Positiv: Die Aktie notiert mit 81,30 Euro noch deutlich über der 200-Tage-Linie bei 68,36 Euro.

Der Start der drei Falcon-9-Satelliten in den kommenden Tagen wird zeigen, ob der Kurs nachhaltig drehen kann. Bis dahin bleibt die Stimmung angespannt.

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