Die US-Großbank UBS hat gestern die Beobachtung von Assembly Biosciences mit einer Kaufempfehlung aufgenommen. Die Analysten setzen das Kursziel für den Titel auf 52,00 USD fest, was deutlich über dem aktuellen Marktniveau liegt. Die Zuversicht der Experten stützt sich vor allem auf die antivirale Plattform des Unternehmens sowie die strategische Partnerschaft mit dem Pharmariesen Gilead Sciences.
Analysten-Initiierung sorgt für Kursplus
Die Marktteilnehmer reagierten unmittelbar auf die neue Einschätzung der UBS. Die Aktie von Assembly Biosciences stieg gestern im US-Handel um 4,6 % und ging bei 35,18 USD aus dem Tag. Durch diesen Kurszuwachs konnte das Papier seine kurzfristige Dynamik weiter ausbauen und notiert nun rund 23 % über seinem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 50 Tage.
Neben der UBS äußerte sich vorgestern auch das Analysehaus Mizuho zu den Perspektiven des Biotech-Unternehmens. Zwar senkten die dortigen Experten ihr Kursziel von 53,00 USD auf 45,00 USD, bestätigten jedoch ihre Einstufung als „Outperform“.
Mizuho begründete diesen Schritt mit angepassten Erfolgswahrscheinlichkeiten für die wichtigsten Pipeline-Kandidaten. So wurde die Wahrscheinlichkeit eines klinischen Erfolgs für den Wirkstoff GS-1179 im Bereich des Herpes-Simplex-Virus (HSV) von zuvor 35 % auf nun 50 % angehoben.
Fortschritte in der klinischen Pipeline
Die Entwicklung von GS-1179, einem Helikase-Primase-Inhibitor, steht im Zentrum der Kooperation mit Gilead Sciences. Gilead hat sich kürzlich dazu entschieden, das Programm in die klinische Phase 2 zu überführen.
Eine entsprechende Studie zur Behandlung von rezidivierendem Genitalherpes soll laut Unternehmensangaben bis zum Ende des laufenden Jahres 2026 eingeleitet werden. Zudem wird geprüft, ob der Wirkstoff künftig auch in Kombination mit HIV-Präventionsstrategien eingesetzt werden kann.
Parallel dazu treibt Assembly Biosciences sein eigenes Portfolio für Lebererkrankungen voran. Für den Kandidaten ABI-6250 wurden im Sommer positive Daten aus einer Phase-1a-Studie präsentiert. Die klinische Entwicklung dieses Wirkstoffs wird nun auf chronische cholestatische Lebererkrankungen wie die primär biliäre Cholangitis (PBC) und die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) ausgeweitet.
Finanzielle Reichweite bis 2029 gesichert
Die finanzielle Basis des Unternehmens wurde durch eine Kapitalmaßnahme über brutto 115 Millionen USD sowie durch vertraglich vereinbarte Zahlungen gestärkt. Wie Assembly Biosciences vor rund drei Wochen im Rahmen des Berichts zum zweiten Quartal bekannt gab, verfügte das Unternehmen zum 30. Juni über liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere im Wert von 320,4 Millionen USD.
Für das vierte Quartal 2026 wird zudem die erste Verlängerungszahlung von Gilead Sciences in Höhe von 75 Millionen USD erwartet. Unter Berücksichtigung dieser Mittel geht das Management davon aus, dass der operative Betrieb bis in das Jahr 2029 hinein finanziert ist.
Wirtschaftlich verzeichnete das Unternehmen im abgelaufenen Quartal Fortschritte: Der Nettoverlust sank auf 3,9 Millionen USD beziehungsweise 0,20 USD je Aktie. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte das Minus noch bei 10,2 Millionen USD beziehungsweise 1,33 USD je Aktie gelegen.
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