Das biopharmazeutische Unternehmen Assembly Biosciences steuert auf eine entscheidende Phase in seiner klinischen Entwicklung zu. Im Zentrum steht dabei die Kooperation mit Gilead Sciences, die nun konkrete Formen für das Programm gegen das Herpes-simplex-Virus (HSV) annimmt.
Die Partner haben den Wirkstoff GS-1179 für die weitere klinische Erprobung ausgewählt, wobei eine Phase-2-Studie bei Patienten mit rezidivierendem Genitalherpes bis zum Ende des laufenden Jahres beginnen soll.
Gilead-Partnerschaft gibt Startschuss für Phase 2
Die Auswahl von GS-1179, der bisher unter der Bezeichnung ABI-1179 geführt wurde, markiert einen strategischen Fortschritt in der Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen. Gilead Sciences hat den entsprechenden klinischen Entwicklungsplan bereits vorgelegt. Das Ziel ist die Adressierung von Patienten, die unter wiederkehrendem Genitalherpes leiden – ein Bereich mit hohem medizinischem Bedarf.
Parallel zu den Fortschritten im HSV-Programm plant Assembly Biosciences die Ausweitung seiner Pipeline. Der Wirkstoff ABI-6250, der ursprünglich primär für die Behandlung des chronischen Hepatitis-Delta-Virus (HDV) vorgesehen war, soll künftig auch bei cholestatischen Lebererkrankungen zum Einsatz kommen.
Hierzu zählen die primär biliäre Cholangitis (PBC) sowie die primär sklerosierende Cholangitis (PSC). Der Start einer Phase-2-Korbstudie für diese Indikationen ist für das erste Quartal 2027 anvisiert, wobei erste Ergebnisse für die erste Jahreshälfte 2028 in Aussicht gestellt wurden.
Analysten reagieren mit Kursziel-Anpassungen
Die jüngsten operativen Fortschritte haben zu neuen Bewertungen durch Analystenhäuser geführt. Am Dienstag nahm UBS die Beobachtung des Unternehmens mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 52,00 US-Dollar auf. Ebenfalls am Dienstag aktualisierte Mizuho seine Einschätzung. Die Experten senkten zwar ihr Kursziel von 53 auf 45 US-Dollar, bestätigten jedoch die Einstufung „Outperform“.
Medienberichten zufolge begründete Mizuho die Anpassung mit einer gestiegenen Erfolgswahrscheinlichkeit für die zentralen Programme. Die Analysten hoben die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg von GS-1179 im Bereich HSV von zuvor 35 auf nun 50 Prozent an.
Auch für ABI-6250 wurden die Erfolgsaussichten nach oben korrigiert: Bei der Behandlung von HDV sehen die Experten nun eine Chance von 30 Prozent statt bisher 20 Prozent, während die Erfolgswahrscheinlichkeit für die neuen Indikationen PBC und PSC auf 25 Prozent taxiert wird. Bereits am 18. August hatte H.C. Wainwright die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 50,00 US-Dollar unterstrichen.
Solide Quartalsbilanz und Marktreaktion
Flankiert werden die klinischen Entwicklungen von den Finanzzahlen für das zweite Quartal 2026, die das Unternehmen am 13. August vorlegte. Assembly Biosciences verzeichnete einen Umsatz von 13,37 Millionen US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten, die im Vorfeld von 8,60 Millionen US-Dollar ausgegangen waren. Der Verlust pro Aktie lag mit 0,20 US-Dollar deutlich über der Konsensschätzung von minus 0,72 US-Dollar.
An der Börse notierte das Papier am Freitag zum Handelsschluss bei 36,60 US-Dollar. Damit liegt die Aktie aktuell etwa 7,8 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 39,71 US-Dollar. Seit Beginn des Jahres hat der Wert eine positive Entwicklung von 7,6 % vollzogen.
Mit den bevorstehenden Studienstarts und der finanziellen Unterstützung durch die Partnerschaft mit Gilead bleibt der Fokus der Anleger auf der zeitgerechten Umsetzung der klinischen Meilensteine.
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