Assembly Biosciences Aktie: ABI-6250 in Cholestase-Studie ab Q1 2027

Assembly Biosciences erweitert seinen Kandidaten ABI-6250 auf cholestatische Lebererkrankungen und startet zwei Phase-2-Studien bis 2027.

Auf einen Blick:
  • ABI-6250 wird auf Cholangitis ausgeweitet
  • Phase-2-Studienstart für Q4 2026 geplant
  • Kapitalerhöhung bringt rund 100 Millionen Dollar
  • Aktie steigt trotz Verwässerung um knapp 7 Prozent

Der klinische Biotech-Wert Assembly Biosciences bekommt eine neue strategische Dimension. Das Unternehmen weitet seinen Pipeline-Kandidaten ABI-6250 über die chronische Hepatitis-Delta-Infektion hinaus auf cholestatische Lebererkrankungen aus. Eine geplante Phase-2-Basket-Studie soll sich auf primär biliäre Cholangitis und primär sklerosierende Cholangitis konzentrieren – zwei Erkrankungen, bei denen Gallensäureansammlungen die Leberschädigung vorantreiben.

Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Plus von 6,94 Prozent auf 28,34 US-Dollar. Der RSI von 28,6 signalisiert dabei ein überverkauftes Niveau, während der Kurs rund 26 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,50 Dollar notiert. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 109 Prozent.

ABI-6250 wird zum Multi-Indikation-Asset

Der Wirkstoff ist ein oraler niedermolekularer NTCP-Inhibitor. NTCP ist ein Membranprotein in Leberzellen, das Gallensäure transportiert und gleichzeitig als Eintrittspforte für das Hepatitis-Delta-Virus dient. Die Hemmung blockiert die Gallensäureaufnahme – ein Mechanismus, der bei cholestatischen Erkrankungen die Entzündungsreaktion dämpfen könnte.

Präklinische Daten, das pharmakologische Profil sowie Phase-1a-Ergebnisse mit dosisabhängigem Anstieg der Gallensäuren im Plasma stützen laut Unternehmensangaben die Ausweitung. Damit wird ABI-6250 nicht länger nur als Hepatitis-Delta-Medikament bewertet, sondern als breiterer Lebererkrankungs-Kandidat.

Die geplanten Studien

Assembly Biosciences peilt den Start der Phase-2-Studie bei Hepatitis Delta für das vierte Quartal 2026 an. Die cholestatische Basket-Studie soll im ersten Quartal 2027 beginnen – vorbehaltlich der FDA-Rückmeldung nach einem kürzlich geführten Pre-IND-Meeting. Das offizielle Protokoll steht noch aus, das Gespräch sei aber konstruktiv gewesen.

Für Anleger entsteht damit ein klarer Entwicklungsfahrplan mit zwei Prüfsteinen innerhalb der nächsten neun Monate.

Finanzierung begleitet den Ausbau

Parallel zur Pipeline-Expansion platzierte das Unternehmen eine Kapitalerhöhung: knapp 3,36 Millionen Aktien zu 26,50 Dollar sowie Pre-Funded Warrants für bis zu 415.000 Papiere. Die Bruttoerlöse belaufen sich auf rund 100 Millionen Dollar. Zeichner waren unter anderem Gilead Sciences, Commodore Capital, Farallon Capital Management und Columbia Threadneedle Investments.

Die Kasse ist trotz der Verwässerung gut gefüllt. Zum 31. März 2026 lag die Liquidität bei 226,6 Millionen Dollar – genug für eine Finanzierung der Operationen bis ins Jahr 2028. Im ersten Quartal verbuchte das Unternehmen 8,2 Millionen Dollar Umsatz aus der Gilead-Kooperation, bei F&E-Aufwendungen von 14,9 Millionen und einem Nettoverlust von 9,1 Millionen Dollar.

Die entscheidende Frage für den Markt: Wird die Pipeline-Breite höher gewichtet als der Verwässerungseffekt? Die Antwort darauf geben die nächsten Studien-Meilensteine – die Hepatitis-Delta-Phase-2 im vierten Quartal 2026 und die Cholestase-Studie Anfang 2027.

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