Asml hat 2026 bisher 40 Prozent zugelegt. Der niederländische Halbleiterausrüster notiert bei rund 1.390 Euro — und damit 19 Prozent über dem fairen Wert, den Morningstar Ende Mai ermittelt hat. Die Bewertungsdebatte ist eröffnet.
Kurspause nach Rekordwoche
Am Freitag schloss die Aktie bei 1.388,60 Euro, ein Plus von 0,73 Prozent. Über die Woche summiert sich ein Minus von gut einem Prozent. Zwischenzeitlich hatte das Papier am 25. Mai noch 1.420,80 Euro erreicht — das 52-Wochen-Hoch. Seitdem bröckelt der Kurs.
Der Monatsvergleich zeigt die Kraft der Rally. Seit Ende April legte ASML 16 Prozent zu. Über zwölf Monate beträgt das Plus 111 Prozent. Der Börsenwert liegt nahe 550 Milliarden Euro — Europas wertvollstes Unternehmen.
KI-Nachfrage stützt den Ausblick
Die operative Basis bleibt stark. Im ersten Quartal meldete ASML einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro, eine Bruttomarge von 53 Prozent und einen Gewinn je Aktie von 7,15 Euro. Wichtiger: Das Management hob die Jahresprognose an. Für 2026 rechnet der Konzern nun mit 36 bis 40 Milliarden Euro Umsatz und einer Bruttomarge zwischen 51 und 53 Prozent.
Als Treiber nennt ASML die KI-getriebene Infrastrukturinvestition, engere Chip-Versorgung und stärkere Kundennachfrage nach Lithografiesystemen. Die Prognose berücksichtigt auch mögliche Auswirkungen laufender Exportkontroll-Diskussionen. China-Restriktionen bleiben ein Risikofaktor.
Aktienrückkäufe laufen weiter
Parallel kauft ASML eigene Aktien zurück. Zwischen dem 18. und 22. Mai erwarb der Konzern täglich Papiere im Wert von rund 15,9 Millionen Euro. Die gewichteten Durchschnittspreise lagen zwischen 1.255 und 1.393 Euro. Das Programm läuft seit Januar.
Im ersten Quartal hatte ASML bereits für 1,1 Milliarden Euro Aktien zurückgekauft. Für 2025 plant das Unternehmen eine Dividende von 7,50 Euro je Aktie — 17 Prozent mehr als im Vorjahr.
Technische Marken: 1.455 Euro als Widerstand
Das Chartbild hat sich nach der Wochenpause verändert. Die 1.455 Euro vom Wochenhoch bilden die erste Widerstandszone. Auf der Unterseite stützt die Marke von 1.355 Euro, das Wochentief vom Freitag. Tiefer liegt bei 1.331 Euro eine weitere Auffanglinie.
Die kurzfristigen gleitenden Durchschnitte notieren oberhalb des Schlusskurses, die 100- und 200-Tage-Linien bei 1.219 und 1.045 Euro darunter. Der langfristige Aufwärtstrend ist intakt, die Dynamik der vergangenen Wochen aber abgeflaut.
Nächste Hürde: 1.400 Euro zurückerobern
Die KI-Story und der angehobene Ausblick bleiben gültig. Billig ist die Aktie nach dem Jahresstart nicht mehr. Entscheidend wird, ob Käufer die 1.400-Euro-Marke zurückerobern und den Vorstoß Richtung 1.455 Euro erneuern — oder ob Gewinnmitnahmen das Papier in die Unterstützungszone zwischen 1.355 und 1.331 Euro drücken.
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