ASML: TSMC plant 60 bis 64 Milliarden Dollar

ASML verliert leicht, profitiert aber von TSMCs massiven Investitionsplänen. Preiserhöhungen und China-Risiken prägen die Diskussion.

Auf einen Blick:
  • TSMC hebt Umsatzprognose deutlich an
  • Asml prüft Preiserhöhungen für Anlagen
  • Zwischendividende von 1,88 Euro bestätigt
  • China-Exportkontrollen bleiben Risikofaktor

Asml rutscht am Freitag um 2,51 Prozent ab und schließt bei 1.528,00 Euro. Der Rückgang wirkt auf den ersten Blick nach Ernüchterung. Tatsächlich steht der niederländische Lithografie-Spezialist seit Jahresbeginn mit 65,82 Prozent im Plus — ein Kursverlauf, der die jüngste Schwäche relativiert.

Der Auslöser für die Kursbewegung kam diesmal nicht von ASML selbst, sondern vom größten Kunden.

TSMC treibt die Branche an

TSMC hat seine eigene Prognose übertroffen und den Umsatzausblick für 2026 auf ein Wachstum von über 40 Prozent angehoben. Für die Investitionen plant der taiwanesische Auftragsfertiger zwischen 60 und 64 Milliarden Dollar ein. Hinzu kommt eine gesonderte Summe von 100 Milliarden Dollar für den Ausbau der Fabriken in Arizona.

Für Zulieferer wie ASML sind das gute Nachrichten. Mehr Fertigungskapazität bedeutet in der Regel mehr Nachfrage nach den teuren EUV-Belichtungsanlagen, die nur ASML herstellen kann. Goldman Sachs bestätigte am Freitag entsprechend die Kaufempfehlung für ASML und weitere europäische Ausrüster der Chipindustrie.

Preiserhöhungen als neues Thema

Parallel zur Investitionswelle rückt ein anderer Aspekt in den Vordergrund: die Preisgestaltung. Berichten zufolge prüft ASML Preiserhöhungen für seine Fertigungssysteme.

Das verschiebt die Diskussion unter Investoren. Bislang drehte sich alles um die Frage, ob die Nachfrage tatsächlich kommt. Jetzt geht es darum, wie robust ASML seine Margen und Auftragsbücher durch den aktuellen Investitionszyklus steuern kann. Höhere Preise können die Marge stützen, bergen aber auch das Risiko schwierigerer Verhandlungen mit Großkunden wie TSMC.

Die Aktie reagierte auf diese Gemengelage moderat. Trotz der positiven TSMC-Signale gab der Kurs im Tagesverlauf zeitweise nur leicht nach.

Dividende und Rückkäufe als Stabilitätsanker

Neben der Wachstumsstory rückt auch die eigene Kapitalrückführung wieder in den Blick. Im Quartalsbericht bestätigte ASML eine Zwischendividende von 1,88 Euro je Aktie für 2026, zahlbar am 5. August 2026.

Dazu kaufte der Konzern im zweiten Quartal Aktien im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro im Rahmen des laufenden Rückkaufprogramms für die Jahre 2026 bis 2028 zurück. Marktbeobachter werten die Ausschüttung als stabilisierenden Faktor für Aktionäre, die eine ausgesprochen schwankungsanfällige Aktie halten.

China bleibt der Unsicherheitsfaktor

Die Euphorie rund um TSMC überdeckt ein altes Risiko nicht: die Exportkontrollen gegenüber China. US-Vorschriften verbieten ASML bereits den Verkauf von EUV-Anlagen und den fortschrittlichsten DUV-Maschinen an chinesische Kunden.

Berichte über mögliche zusätzliche Verschärfungen bei älteren DUV-Systemen sorgen immer wieder für Nervosität unter Investoren. Ein Attraktivitätsverlust des China-Geschäfts würde die positiven Effekte aus dem TSMC-Ausbau zumindest teilweise ausgleichen.

Der Blick nach vorn

Bis zur Dividendenzahlung im August stehen keine großen unternehmensspezifischen Termine an. Der Kurs dürfte deshalb stark auf Zahlen anderer Chipkonzerne und generelle Branchennachrichten reagieren.

Aktuell notiert die Aktie rund 12,6 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 1.748,00 Euro vom 30. Juni. Ob ASML die Investitionseuphorie der Kunden in feste Bestellungen für seine EUV-Systeme der neuen Low-NA-Generation übersetzen kann, dürfte den nächsten Kursimpuls bestimmen — ebenso wie die weitere Entwicklung der Exportregeln gegenüber China.

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