Der niederländische Halbleiterausrüster Asml festigt seine Führungsposition in der Chipindustrie durch eine Reihe technologischer Partnerschaften und eine massive Erweiterung seiner physischen Infrastruktur. Während das Unternehmen die Entwicklung von Lithografie-Verfahren für die Quanteninformatik forciert, sichert der Baubeginn eines neuen Großcampus in Eindhoven die langfristigen Kapazitäten für die kommenden Jahrzehnte.
Strategische Weichenstellungen für Quanten-Hardware und Großmasken
Ein zentraler Baustein der künftigen Technologiestrategie ist die am Mittwoch bekannt gegebene Zusammenarbeit mit Xanadu Quantum Technologies. Ziel dieser Kooperation ist die Entwicklung fortschrittlicher Lithografie-Prozesse für die photonische Quanten-Hardware von Xanadu. Dabei steht vor allem die Reduzierung optischer Verluste bei Quantencomputer-Chips im Fokus, was als kritischer Faktor für die Skalierbarkeit dieser Technologie gilt.
Parallel dazu treibt ASML gemeinsam mit dem langjährigen Partner TSMC eine branchenweite Initiative voran. Wie am Montag mitgeteilt wurde, zielt die Kooperation auf den Übergang zu 12-Zoll-Photomasken ab.
Bis zum Jahr 2031 soll eine Pilotlinie für diese größeren Masken etabliert werden, um den Weg für den Einsatz von 12-Zoll-High-NA-Lithografiesystemen in der Massenfertigung ab 2033 zu ebnen. Diese Umstellung ist entscheidend, um die Effizienz bei der Produktion modernster Chipgenerationen weiter zu steigern.
Milliarden-Investitionen in Eindhoven und operative Fortschritte
Am Dienstag markierte ASML mit dem feierlichen Spatenstich den Beginn eines weiteren Großprojekts in der Heimatregion. Auf dem Brainport Industries Campus North in Eindhoven entsteht ein zweiter bedeutender Industriestandort.
Das Vorhaben umfasst eine Fläche von rund 350.000 Quadratmetern und ist darauf ausgelegt, Kapazitäten für bis zu 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Dieser Expansionsschritt unterstreicht das Vertrauen des Managements in die anhaltend hohe Nachfrage nach EUV-Systemen (Extreme Ultraviolet).
Auch operativ meldet das Unternehmen Fortschritte bei seinen bestehenden Kooperationen. In der Zusammenarbeit mit Intel Foundry wurde am Dienstag betont, dass die High-Numerical-Aperture-EUV-Lithografie (High-NA) erfolgreich in die Hochvolumenfertigung integriert wird.
Bisher wurden bei Intel bereits mehr als eine Million Wafer mit dieser Technologie verarbeitet. Zudem kündigte ASML eine Ausweitung der strategischen Zusammenarbeit mit Samsung Electronics an, um die Fertigungskapazitäten für Halbleiter weiter zu optimieren.
Analysten bewerten künftiges Wachstumspotenzial neu
Die jüngsten Entwicklungen lösten am Dienstag unterschiedliche Reaktionen in den Analysehäusern aus. Morgan Stanley senkte das Kursziel für die Aktie von 1.930 Euro auf 1.700 Euro, behielt jedoch die Einstufung auf „Overweight“ bei.
Im Gegensatz dazu hob das Analysehaus Bernstein sein Kursziel von 1.971 US-Dollar auf 2.623 US-Dollar an. Die Analysten begründeten diesen Schritt mit dem starken Moment bei der High-NA-EUV-Technologie und der klaren Roadmap für den Übergang zu 12-Zoll-Photomasken.
An der Börse legte die Aktie am heutigen Freitag um 1,3 % zu und notiert bei 1.473,40 Euro. Seit Jahresbeginn konnte das Papier damit ein Plus von 60 % verzeichnen. Trotz dieser deutlichen Wertsteigerung im laufenden Kalenderjahr liegt der Kurs aktuell noch rund 16 % unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Investoren blicken nun auf den 14. Oktober, an dem ASML die Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal vorlegen wird. Bereits im Juli hatte das Unternehmen seine Prognose für den Jahresumsatz 2026 auf eine Spanne von 43 bis 45 Milliarden Euro angehoben.
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