Der Mai endet für Asml mit einem Kurs von 1.388,60 Euro — ein Plus von 0,73 Prozent am letzten Handelstag des Monats. Auf Jahressicht hat sich die Aktie mehr als verdoppelt. Für die erste Juniwoche warten jedoch zwei Themen, die Bewegung bringen könnten.
Nikon greift den DUV-Markt an
Das erste ist unangenehm: Nikon bereitet offenbar eine aggressive Preisstrategie vor, um verlorenes Terrain im Lithografie-Markt zurückzugewinnen. Der japanische Wettbewerber zielt dabei auf den Bereich der Deep-Ultraviolet-Systeme (DUV) und spezialisierter Belichtungsanlagen — also genau jene Segmente unterhalb von ASMLs Hochburg bei den High-NA-EUV-Maschinen, für die der Konzern aus Veldhoven ein faktisches Monopol hält.
Für ASML liegt das Risiko im Detail: Wenn Chipkonzerne bei DUV-Investitionen stärker auf Preise achten, könnte das den Auftragseingang und die Margenentwicklung in der zweiten Jahreshälfte belasten. Der Auftragsbestand lag zuletzt bei 38,8 Milliarden Euro — ein Puffer, aber kein Schutzwall gegen Preisdruck in der Breite.
Konferenzen als Stimmungstest
Parallel dazu tritt das Management in der kommenden Woche bei zwei prominenten Investorenkonferenzen auf: der Evercore Global TMT Conference und der BofA Global Technology Conference. Beide Veranstaltungen finden Anfang Juni statt und bieten Gelegenheit, offene Fragen zu beantworten.
Drei Themen dürften im Mittelpunkt stehen:
- High-NA-EUV-Auslieferungen: Mehr als 60 Systeme sind für 2026 geplant — der Fortschritt dabei ist für Investoren ein zentraler Indikator.
- Auftragsbestand: Wie stabil ist das Backlog von 38,8 Milliarden Euro angesichts des neuen Wettbewerbsdrucks?
- Indien-Partnerschaft: Die Zusammenarbeit mit Tata Electronics zum Aufbau von Front-End-Fertigungskapazitäten steht zur Einordnung an.
Technisch stark, aber nahe am Widerstand
Charttechnisch zeigt sich ASML robust. Die Aktie notiert rund elf Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt und liegt nur gut zwei Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.420,80 Euro, das Ende Mai markiert wurde. Der RSI von knapp 50 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Territorium — die Aktie hat also technischen Spielraum in beide Richtungen.
Bewertungsseitig bleibt die Diskussion lebendig. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis jenseits der 50-fachen Bewertung lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen. Sollten die Konferenzauftritte das Umsatzziel für 2026 — bisher zwischen 36 und 40 Milliarden Euro — nach unten verschieben, dürfte die Reaktion des Marktes unmittelbar und deutlich ausfallen.
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