Elon Musk plant eine gigantische Chipfabrik. ASML soll die Maschinen dafür liefern. Diese Aussicht treibt die Aktie des niederländischen Lithografie-Spezialisten am Dienstag um 1,89 Prozent auf 1.548,60 Euro.
Musks TeraFab nimmt Formen an
ASML hat Musks Beteiligung an der eigenen Technologiekonferenz im Juni 2026 öffentlich bestätigt. Bei der internen Veranstaltung sprach Musk in einem virtuellen Format mit ASML-Chef Christophe Fouquet über sein TeraFab-Projekt. Fouquet selbst bestätigte direkte Gespräche mit Musk.
Der CEO nennt das Vorhaben ernsthaft, warnt aber vor möglichen Lieferengpässen bei ASML-Anlagen. TeraFab soll mit einer Anfangsinvestition von 55 Milliarden Dollar starten. Das Volumen kann laut den Plänen noch deutlich wachsen.
Ziel ist eine massive Ausweitung der Chipproduktion für die nächste Generation von KI-Infrastruktur. ASML bleibt weltweit einziger Hersteller von EUV-Lithografiesystemen. Ohne diese Maschinen lassen sich die fortschrittlichsten Chips schlicht nicht fertigen — das macht den Konzern zum wahrscheinlichen Schlüssellieferanten für Musks Projekt.
Indien als neuer Wachstumsmarkt
Parallel zum Musk-Deal baut ASML seine globale Präsenz aus. Der Konzern hat eine Absichtserklärung mit Tata Electronics unterzeichnet. Damit will ASML Lithografie-Technik und Support für Indiens erste Halbleiter-Fabrik liefern.
Der Schritt passt zu einem branchenweiten Trend: Hersteller diversifizieren ihre Lieferketten und erschließen neue Märkte, oft mit staatlicher Unterstützung.
China bleibt heikles Terrain
Bei den Exportkontrollen für China zeigt sich ASML kompromisslos. Der Konzern wies Gerüchte über angebliche EUV-Lieferungen an chinesische Kunden entschieden zurück und bezeichnete die Vorwürfe als „falsch und schädlich“.
EUV-Technik unterliegt weiterhin strikten Exportbeschränkungen. Anders sieht es bei DUV-Systemen aus: Sie bleiben ein wichtiger Umsatzträger in China und sollen 2026 bis zu 20 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. US-Gesetzgeber diskutieren derzeit jedoch strengere Kontrollen für Chip-Fertigungsanlagen — auch DUV-Geschäfte mit China könnten davon betroffen sein.
Starke Nachfrage, ambitionierte Ziele
Am 15. Juli 2026 legt ASML seine Quartalszahlen für das zweite Quartal vor. Der Konzern hatte zuvor einen Umsatz zwischen 8,4 und 9 Milliarden Euro sowie eine Bruttomarge von 51 bis 52 Prozent in Aussicht gestellt. Für das Gesamtjahr hebt ASML die Umsatzprognose bereits auf 36 bis 40 Milliarden Euro an.
Der weltweite Halbleitermarkt wächst kräftig weiter. Im Mai 2026 kletterten die globalen Chip-Umsätze auf 120,6 Milliarden Dollar — ein Plus von 104,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getrieben vom KI-Boom.
Die Asml-Aktie hat seit Jahresbeginn 56,69 Prozent zugelegt und notiert 31,97 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 1.173,45 Euro. Zum Rekordhoch von 1.748,00 Euro Ende Juni fehlen noch 11,41 Prozent. Mit den Zahlen am 15. Juli dürfte sich zeigen, ob die Wachstumsprognosen für 2026 Bestand haben — und wie stark die China-Debatte das Geschäft am Ende tatsächlich belastet.
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