Der niederländische Halbleiterausrüster Asml verzeichnet am heutigen Donnerstag einen Kursanstieg, gestützt durch positive Signale aus der gesamten Chipbranche.
Medienberichten zufolge lösten die jüngsten monatlichen Absatzzahlen des wichtigsten Kunden TSMC neuen Optimismus aus, da sie die Erwartung einer ungebrochenen Nachfrage nach Lithografiesystemen für die KI-Infrastruktur festigten. Die Aktie notiert aktuell bei 1.605,00 € und verzeichnet damit ein Plus von 1,9%.
Analysten sehen massives Wachstumspotenzial
Die Experten von Bernstein bekräftigten am heutigen Donnerstag ihre Kaufempfehlung („Buy“) für ASML und riefen ein Kursziel von 2.500 Euro auf. In ihrer Prognose gehen die Analysten davon aus, dass die Auslieferungen von EUV-Systemen bis zum Jahr 2028 auf 113 Einheiten ansteigen werden. Für das Jahr 2030 wird ein Umsatzpotenzial von rund 42,7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Auch die Bank of America untermauerte am Dienstag ihre positive Einschätzung. Sie stufte das Unternehmen als „Top Pick“ ein und hob die dominante Marktposition von ASML im Bereich der Lithografie hervor, die einen entscheidenden Engpass in der Chipfertigung darstellt.
Das Kursziel wurde hier bei 2.831 Dollar bestätigt. Bereits am Montag hatte Morningstar seine Fair-Value-Schätzung für den Titel deutlich von 1.200 Euro auf 1.800 Euro angehoben und verwies dabei auf verbesserte langfristige Kapazitätsprognosen für die EUV- und DUV-Technologien.
Fortschritte bei High-NA-Lithografie und Aktienrückkäufe
Technologisch erreichte ASML zuletzt einen wichtigen Meilenstein im Rahmen der Kooperation mit Intel. Der US-Halbleiterkonzern bestätigte Ende Juli, dass die Panther Lake-Prozessoren in die Massenproduktion gegangen sind. Diese werden erstmals mit den neuen High-NA-EUV-Maschinen von ASML gefertigt, die pro Stück rund 400 Millionen Dollar kosten.
Parallel zum operativen Fortschritt setzt das Unternehmen sein Kapitalmanagement fort. ASML schloss am Montag eine Reihe täglicher Aktienrückkäufe ab, die in der ersten Augustwoche durchgeführt wurden. Dabei wurden Papiere im Gesamtwert von etwa 390,7 Millionen Euro zu gewichteten Durchschnittspreisen zwischen 1.412,90 Euro und 1.506,07 Euro erworben. Zudem erfolgte am 5. August die Auszahlung der ersten Quartals-Interimsdividende für das laufende Geschäftsjahr in Höhe von 1,88 Euro je Aktie.
Starke Quartalszahlen stützen den Ausblick
Die Grundlage für die aktuelle Zuversicht bilden die im Juli vorgelegten Ergebnisse des zweiten Quartals. Das Unternehmen meldete einen Nettoumsatz von 9,33 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 2,92 Milliarden Euro. Angesichts der starken Auftragslage hob die Geschäftsführung die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne zwischen 43 Milliarden und 45 Milliarden Euro an.
Zwar hatten Berichte über chinesische Wettbewerber, die angeblich eigene Immersion-DUV-Anlagen in Serie produzieren, Ende Juli für einen vorübergehenden Kursrücksetzer gesorgt, doch konnte sich das Papier seither stabilisieren.
Der aktuelle Kurs liegt nur noch 8,2% unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro. Die steigende Profitabilität wird auch von der Deutschen Bank unterstrichen, die für die zweite Jahreshälfte 2026 eine Bruttomarge von 56% prognostiziert und das Kursziel auf 2.150 Euro angehoben hat.
Auch Institutionen wie World Equity Group nutzten das Marktumfeld im zweiten Quartal für den Aufbau neuer Positionen, während andere Fonds wie Annex Advisory Services ihre Bestände zuletzt reduzierten.
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