Der niederländische Halbleiterausrüster Asml erfährt derzeit verstärkten Zuspruch vonseiten großer Analysehäuser, die den jüngsten Kursverfall als unbegründet einstufen. Während der Markt zuletzt mit Volatilität zu kämpfen hatte, signalisieren Experten, dass die fundamentale Bewertung des Konzerns weit hinter seinem eigentlichen Potenzial zurückgeblieben ist.
Mit einer Marktkapitalisierung von 574,00 Milliarden Euro bleibt das Unternehmen ein Schwergewicht im europäischen Technologiesektor, wobei Investoren vor allem auf die Fortsetzung der technologischen Dominanz setzen.
Banken sehen deutliches Aufwärtspotenzial
Am Dienstag bekräftigten namhafte Finanzinstitute ihre positive Einschätzung für das Papier. Die Analysten der Bank of America bezeichneten ASML als einen ihrer bevorzugten Werte und betonten, dass der jüngste Abverkauf am Markt ungerechtfertigt sei.
In ihrer Einschätzung wird das Unternehmen weiterhin als „Top Pick“ geführt. Parallel dazu bestätigte der Analyst Scemama seine Einstufung mit „Buy“ und hielt an einem Kursziel von 2.452 Euro fest. Er begründete dies mit einem ungerechtfertigten Bewertungsabschlag, den die Aktie derzeit erfahre.
Diese Zuversicht wird durch weitere Marktteilnehmer gestützt. So blieb das Bankhaus Barclays am 21. August ebenfalls bei seiner Kaufempfehlung. Auch DBS schloss sich dieser Meinung am 20. August an und empfiehlt die Aktie weiterhin zum Kauf. Das Vertrauen der Experten speist sich vor allem aus der starken Marktpositionierung von ASML im Bereich der Lithografiesysteme, die für die Produktion modernster Chips weltweit unverzichtbar sind.
Erhöhte Prognosen und technologische Meilensteine
Die positive Stimmung der Analysten fußt auf einer soliden Geschäftsentwicklung, die bereits im Sommer durch eine deutliche Anhebung der Ziele untermauert wurde. Am 15. Juli hob ASML die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 signifikant an.
Statt der ursprünglich erwarteten 36 bis 40 Milliarden Euro rechnet das Management nun mit Nettoumsätzen zwischen 43,00 Milliarden und 45,00 Milliarden Euro. Für das dritte Quartal 2026 bestätigte der Konzern zudem eine Zielspanne von 11,00 bis 12,00 Milliarden Euro.
Ein wesentlicher Treiber für diese Entwicklung ist die technologische Zusammenarbeit mit führenden Chipherstellern. So hat Intel Foundry die Hochvolumenfertigung bestimmter Prozessoren der „Panther Lake“-Serie auf Basis der Intel 18A-Technologie aufgenommen.
Hierbei kommen die neuen High NA EUV-Systeme von ASML zum Einsatz, die als entscheidender Schlüssel für künftige Chip-Generationen gelten. Dieser Fortschritt unterstreicht die Rolle von ASML als unverzichtbarer Partner bei der Skalierung von Rechenkapazitäten.
Kapitalmaßnahmen und aktuelle Börsenlage
Neben dem operativen Geschäft setzt ASML auf eine kontinuierliche Belohnung seiner Anteilseigner. Am 5. August wurde eine Zwischendividende für das laufende Jahr in Höhe von 1,88 Euro pro Aktie ausgezahlt.
Zudem treibt das Unternehmen sein aktuelles Aktienrückkaufprogramm voran, über dessen jüngste Transaktionen das Management am 24. August informierte. Diese Maßnahmen unterstreichen die finanzielle Stabilität und die Absicht, überschüssiges Kapital direkt an die Investoren zurückzugeben.
An der Börse spiegelte sich die jüngste Skepsis einiger Anleger zwar in einem leichten Rückgang wider – am Freitag schloss das Papier bei 1.465,40 Euro –, doch die langfristige Tendenz bleibt positiv. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie bereits um 59 % zulegen.
Die Kombination aus technologischem Vorsprung bei den High NA EUV-Systemen und den deutlich angehobenen Jahreszielen bildet für viele Marktbeobachter die Basis für eine Fortsetzung dieses Aufwärtstrends, sobald sich das Marktumfeld stabilisiert.
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