Asml liefert im dritten Quartal Rekordzahlen, doch der eigentliche Treiber sitzt nicht im Neumaschinengeschäft. Wartung und Nachrüstung der installierten Anlagen haben die Planung klar übertroffen. Kunden bestellen verstärkt Leistungs-Upgrades für Maschinen, die bereits in ihren Fabriken stehen.
Rekordumsatz, Gewinn über den Erwartungen
Der Umsatz erreichte 11,66 Milliarden Euro und lag im oberen Bereich der eigenen Spanne. Der Gewinn je Aktie sprang auf 12,95 Euro. Analysten hatten mit 10,58 Euro gerechnet. Im Vorjahresquartal waren es 5,49 Euro.
Die Bruttomarge stieg auf 57,5 Prozent und übertraf damit die angepeilte Spanne von 55 bis 57 Prozent. Das Servicegeschäft steuerte 3,29 Milliarden Euro bei, mehr als geplant. Unter dem Strich verdiente der Konzern knapp fünf Milliarden Euro, nach fast drei Milliarden im Vorquartal.
Für das vierte Quartal peilt ASML einen Umsatz von 14,2 bis 15,2 Milliarden Euro an, bei einer Marge von rund 57 Prozent. Das Gesamtjahr soll nun 44 bis 45 Milliarden Euro Erlös bringen, die untere Prognosegrenze wurde angehoben.
Angebot reicht nicht aus
Konzernchef Christophe Fouquet geht davon aus, dass das geplante Angebot für 2027 und 2028 die Nachfrage nicht vollständig decken wird. Getrieben wird sie vor allem von KI-Investitionen. Einige Kunden haben Interesse signalisiert, schon Aufträge für 2029 und 2030 zu platzieren. ASML prüft deshalb, die Kapazität für 2028 über die bereits kommunizierte Steigerung von 30 Prozent hinaus auszubauen.
Das ist die Zahl, auf die der Markt besonders geschaut hat. Hohe Erwartungen für 2027 dürften mit jedem Rekordquartal weiter steigen. Wer nicht liefern kann, lässt Umsatz liegen.
Charttechnik vor der Telefonkonferenz
Die Aktie schloss am Dienstag bei 1.509,60 Euro und damit knapp unter der 50-Tage-Linie bei 1.518 Euro und der 100-Tage-Linie bei 1.528 Euro. Vorbörslich deuteten die Kurse auf weitere Schwäche hin, obwohl der Optionsmarkt vor den Zahlen eine Bewegung von knapp neun Prozent in beide Richtungen eingepreist hatte.
Nach oben liegt der erste Widerstand zwischen 1.660 und 1.675 Euro. Als Unterstützung gilt der Bereich von 1.370 bis 1.380 Euro, wo Mitte September die Erholung begann.
Knapp darunter verläuft die steigende 200-Tage-Linie bei 1.366 Euro. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt intakt. Weitere Details zur Kapazitätsplanung dürfte die Telefonkonferenz um 15 Uhr liefern.
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