Asml baut aus – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Während in Eindhoven gerade der erste Spatenstich für ein neues Werksgelände fällt, wächst gleichzeitig der Wert einer strategischen Beteiligung, die bislang eher als Randnotiz galt.
Neue Fläche für die Chip-Zukunft
In Veldhoven hat ASML den Bau seines zweiten großen Industriecampus in der Brainport-Region gestartet. Das Gelände Brainport Industries Campus North soll auf rund 350.000 Quadratmetern entstehen und Platz für bis zu 20.000 Arbeitsplätze bieten. Die erste Bauphase, geplant für 2029, bringt mindestens 3.000 Mitarbeiter unter – vor allem Teams, die aus bestehenden ASML-Standorten umziehen.
Kernstück der neuen Fläche wird eine sogenannte Flow Factory für die TWINSCAN-Fertigung, ein Produktionsmodell, das sich an Ansätzen aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie orientiert und schnellere, effizientere Modulfertigung ermöglichen soll. Damit richtet sich ASML auf ein Produktionswachstum ein, das der Konzern selbst als Reaktion auf die steigende globale Nachfrage der Halbleiterindustrie beschreibt.
Langfristig sollen in der Region drei Campusse zusammenwirken: der Hauptsitz in Veldhoven, ein bestehender Industriecampus und nun das neue Areal in Eindhoven.
Die Mistral-Beteiligung zahlt sich aus
Parallel zur Bau-Nachricht liefert eine Kapitalrunde bei Mistral AI neue Zahlen zum Wert einer ASML-Beteiligung, die seit über einem Jahr besteht. Der französische KI-Anbieter hat in seiner jüngsten Series-D-Runde drei Milliarden Euro eingesammelt und wird nun mit mehr als 21 Milliarden Euro bewertet – fast doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Angeführt wurde die Runde von Samsung Electronics, auch ASML und Nvidia beteiligten sich erneut.
ASML war bereits 2025 mit 1,3 Milliarden Euro in die Series C von Mistral eingestiegen und hielt damit laut Geschäftsbericht rund 11 Prozent auf voll verwässerter Basis.
Rein rechnerisch wäre dieser ursprüngliche Anteil beim aktuellen Bewertungsniveau inzwischen etwa 2,3 Milliarden Euro wert – ein kalkulatorischer Zuwachs von knapp einer Milliarde Euro. Wie hoch die Beteiligung nach der jüngsten Kapitalerhöhung tatsächlich ausfällt, ist bislang nicht veröffentlicht.
Für ASML zählt neben dem möglichen Buchgewinn vor allem die technologische Anbindung. Mistrals KI-Modelle sollen in Produktentwicklung und operative Prozesse einfließen, mit dem Ziel schnellerer Entwicklungszyklen und präziserer Lithografie. Der neue Campus in Eindhoven und die wachsende Mistral-Beteiligung zeigen damit zwei Seiten derselben Strategie: physische Kapazität für mehr Fertigung, digitale Kapazität für effizientere Entwicklung.
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