Asml geriet gestern im weltweiten Ausverkauf von Aktien mit Bezug zu künstlicher Intelligenz unter Druck. Die Nachrichtenagentur AP führte die breitere Marktschwäche auf Sorgen um KI-Aktien und steigende Ölpreise zurück. Für Anleger steht damit ein Gegensatz im Mittelpunkt: ASML meldet starke Nachfrage, während der Markt die Erwartungen an den KI-Ausbau kritischer bewertet.
Nicht nur die Auftragslage zählt
Bereits am 15. Oktober berichtete Reuters über Zweifel an den hohen Erwartungen für 2028 und 2029. Hinzu kamen Sorgen über die Finanzierung von KI-Projekten und Engpässe bei Rechenzentren. Diese Faktoren betreffen die Umsetzung des erwarteten Wachstums – nicht allein das Interesse an ASML-Anlagen.
Damit lassen sich hohe Kundennachfrage und Druck auf die Aktie durchaus vereinbaren. Kaufinteresse an künftigen Anlagen beantwortet nicht automatisch die Frage, wie schnell sich die dahinterstehenden Projekte realisieren lassen. Für die Bewertung ist diese Unterscheidung wesentlich.
Geschäftszahlen liefern ein Gegengewicht
Vor gut einer Woche meldete ASML einen Quartalsumsatz von 11,7 Milliarden Euro. Die Bruttomarge erreichte 57,5 Prozent, der Nettogewinn lag bei 5,0 Milliarden Euro. Diese Zahlen bilden das operative Gegengewicht zur Skepsis gegenüber weiter entfernten Wachstumserwartungen.
Auch der Ausblick bleibt für die Einordnung wichtig. Er beschreibt die Erwartungen des Unternehmens für das laufende Geschäft und ist von den längerfristigen Annahmen zum KI-Ausbau zu unterscheiden.
Für das vierte Quartal 2026 stellte ASML Umsätze von 14,2 bis 15,2 Milliarden Euro in Aussicht. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen 44 bis 45 Milliarden Euro Umsatz.
Nachfrage ist noch keine Umsetzung
Reuters berichtete am 15. Oktober zudem von Kundeninteresse an Bestellungen für fortschrittliche Anlagen für 2029 und 2030. Vorstandschef Christophe Fouquet erklärte, die geplanten Kapazitätserhöhungen reichten nicht aus, um die Nachfrage zu decken.
Das spricht für eine starke Nachfragebasis, beseitigt aber nicht die Risiken auf Kundenseite. Entscheidend ist die Trennung zwischen Interesse an Anlagen, tatsächlich bestätigten Aufträgen und der Umsetzung der zugehörigen Projekte.
Diese Unterscheidung gilt auch für Terafab. Elon Musk erklärte am Dienstag, ASML und andere Ausrüster beschleunigten Lieferungen für das Projekt. Den angestrebten Beginn der Serienproduktion im dritten oder vierten Quartal 2028 bezeichnete er als höchst ambitioniert.
Eine ASML-Mitteilung über einen bestätigten Auftrag ist diese Aussage nicht. Sie unterstreicht vielmehr, weshalb Anleger Nachfrage und realistische Zeitpläne getrennt bewerten müssen.
Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 23. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
