Asml bekommt Rückenwind von Goldman Sachs, obwohl die Aktie zuletzt nicht sauber durchzieht. Der Kernkonflikt ist klar: KI treibt die Nachfrage nach modernster Lithografie, während Margen und China-Risiken bremsen. Genau diese Mischung macht die Bewertung heikel.
Goldman sieht mehr Potenzial
Goldman Sachs hat das Kursziel für ASML am Mittwoch auf 1.600 Euro angehoben. Zuvor lag es bei 1.570 Euro, die Einstufung bleibt „Buy“. Die Bank verweist auf die KI-Nachfrage und eine attraktivere Bewertung gegenüber Halbleiter-Ausrüstern.
Der Punkt ist die relative Bewertung. Goldman sieht ASML beim erwarteten KGV für die nächsten zwei Jahre mit leichtem Abschlag zur Vergleichsgruppe. Historisch wurde die Aktie dagegen mit rund 20 Prozent Aufschlag gehandelt.
Das Argument dahinter: Der Anteil von EUV-Systemen steigt im Produktmix. ASML profitiert stärker von Leading-Edge-Memory als andere europäische Ausrüster. Damit gewinnt der technologische Burggraben an Gewicht.
Kurs stark, Stimmung gemischt
Am Markt reicht das bisher nicht für einen klaren Ausbruch. Die Aktie notiert bei 1.308,20 Euro und liegt heute 1,19 Prozent im Plus. Zum jüngsten Hoch fehlen nur noch 3,11 Prozent.
Der längerfristige Trend bleibt stark. Seit Jahresanfang steht ein Plus von 32,37 Prozent. Auf Jahressicht sind es 91,54 Prozent.
Nach dem jüngsten Rücksetzer wirkt die Bewegung aber nicht mehr frei von Reibung. Eine Herabstufung auf „Hold“ verwies auf Unsicherheit bei Umsatz und Gewinnwachstum. Kein Wunder, dass die Marge wieder genau gelesen wird.
Gute Zahlen, vorsichtiger Ausblick
Operativ hat ASML geliefert. Im ersten Quartal erreichte der Gewinn je Aktie 7,15 Euro. Der Umsatz lag bei 8,8 Milliarden Euro und übertraf ebenfalls die Erwartungen.
Die Prognose für das zweite Quartal dämpfte die Stimmung. ASML stellte einen Umsatz um 8,7 Milliarden Euro in Aussicht. Die Bruttomarge soll bei 51,5 Prozent liegen.
Für das Gesamtjahr hob der Konzern die Umsatzspanne auf 36 bis 40 Milliarden Euro an. Die Zielspanne für die Bruttomarge blieb bei 51 bis 53 Prozent.
Das sendet ein gemischtes Signal. Die Nachfrage trägt, aber der Markt prüft jeden Hinweis auf Kosten und Produktmix.
China bleibt der Störfaktor
Ein weiterer Belastungsfaktor bleibt China. Schärfere US-Exportregeln könnten Verkauf und Wartung von DUV-Anlagen begrenzen. ASML spürt damit ein Risiko in einem wichtigen Absatzmarkt.
Der China-Anteil dürfte von 33 Prozent im Vorjahr auf rund 20 Prozent sinken. ASML kompensiert den Gegenwind bisher mit einer höheren Jahresprognose.
Auch die High-NA-EUV-Geräte liefern kurzfristig weniger Rückenwind als erhofft. TSMC will die Einführung der besonders modernen Maschinen bis mindestens 2029 verschieben. Das trifft vor allem die Erwartung an besonders margenstarke Anlagen.
Das laufende Aktienrückkaufprogramm zeigt, dass der Konzern weiter Kapital an Aktionäre zurückführt. Zwischen dem 4. und 8. Mai kaufte ASML eigene Aktien für rund 79,4 Millionen Euro zurück. Für die Bewertung löst das Kernproblem aber nicht.
Im zweiten Quartal richtet sich der Blick nun auf die Bruttomarge und den Auftragstrend bei EUV. Trifft ASML die eigene Umsatzprognose und stabilisiert die Marge, gewinnt Goldmans Neubewertung an Gewicht. Rutschen die Margen weiter, dürfte das Kursziel allein kaum reichen.
Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 15. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
