ASML: China-Konkurrenz plant 20 DUV-Systeme 2027

Symbolbild, KI-generiert

ASML gewinnt 2,2 Prozent, während Quartalszahlen und positive Analystenurteile stützen. Die Konkurrenz aus China bleibt ein zentrales Thema.

Auf einen Blick:
  • Asml-Aktie legt 2,2 Prozent zu
  • China plant fünf DUV-Systeme 2026
  • Mehrere Häuser bestätigen Kaufempfehlungen
  • Quartalsumsatz erreicht 9,3 Milliarden Euro

Die Asml-Aktie zieht heute um 2,2 Prozent an und schließt damit einen Teil der Lücke zum 50-Tage-Durchschnitt. Ein konkreter Nachrichtenauslöser für den Kursanstieg ist nicht erkennbar – vielmehr profitiert der Lithografie-Ausrüster von einer insgesamt positiven Stimmung in der Halbleiterbranche.

Nachwirkungen der China-Sorgen

Der eigentliche Belastungsfaktor der vergangenen Wochen liegt bereits einige Zeit zurück. Ende Juli war die Aktie an einem einzigen Tag um bis zu 8 Prozent eingebrochen, nachdem Berichte über ein chinesisches Unternehmen aufkamen, das erste eigene DUV-Lithografiemaschinen fertigt. Für 2026 sind demnach fünf Immersions-DUV-Systeme geplant, 2027 sollen es zwanzig werden.

Zum Vergleich: ASML selbst kalkuliert für 2026 mit einer Kapazität von rund 130 DUV-Immersionsmaschinen und will diese 2027 um 30 Prozent ausbauen. Die Dimension der chinesischen Konkurrenz bleibt damit vorerst überschaubar, dennoch wirkte die Nachricht seinerzeit als Weckruf für Anleger, die die technologische Vorherrschaft des niederländischen Konzerns bislang als unangreifbar betrachtet hatten.

Der Kurs bewegt sich inzwischen 17 Prozent unterhalb seines 52-Wochen-Hochs von 1.748,00 Euro, das Ende Juni erreicht wurde – ein Beleg dafür, dass die China-Debatte noch nachwirkt, auch wenn sich die Aktie von ihrem Jahrestief bei 628,20 Euro längst weit entfernt hat.

Analysten bleiben mehrheitlich zuversichtlich

Mehrere Häuser haben ihre positive Einschätzung nach dem Kursrückgang bekräftigt. Bank of America bezeichnete den Ausverkauf am 21. August als unberechtigt und hielt ASML als Top-Pick der Branche. Am 25. August verwies ein Analyst zudem auf einen aus seiner Sicht unbegründeten Bewertungsabschlag und beließ das Kursziel bei 2.452 Euro.

Weitere Häuser wie Barclays, DBS und Bernstein bestätigten im August ebenfalls ihre Kaufempfehlungen. Auch UBS äußerte sich zuletzt Anfang September positiv zur Aktie. Die überwiegende Zahl der Einschätzungen fällt damit trotz der China-Diskussion konstruktiv aus.

Geschäftszahlen stützen die Zuversicht

Fundamentalen Rückhalt liefern die Zahlen zum zweiten Quartal, die Mitte Juli veröffentlicht wurden: Der Nettoumsatz lag bei 9,3 Milliarden Euro, die Bruttomarge bei 54,0 Prozent, der Nettogewinn bei 2,9 Milliarden Euro. Für das dritte Quartal erwartet ASML einen Nettoumsatz zwischen 11,0 und 12,0 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 55 bis 57 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern mit einem Nettoumsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro und einer Bruttomarge von 54 bis 56 Prozent. Zusätzlich verwies das Management beim Earnings-Call darauf, dass die High-NA-EUV-Technologie inzwischen bei Intel in der Produktion eingesetzt wird – ein wichtiger Meilenstein für die nächste Lithografie-Generation.

Parallel dazu setzt ASML sein Aktienrückkaufprogramm fort, das für den Zeitraum 2026 bis 2028 im Januar beschlossen wurde. Entsprechende Transaktionen wurden zuletzt am 31. August, am 10. August und am 3. August gemeldet. Die nächsten Quartalszahlen stehen am 14. Oktober an, vor Börsenöffnung. Bis dahin dürfte die Balance zwischen soliden Geschäftszahlen und der China-Wettbewerbsfrage das bestimmende Thema für die Aktie bleiben.

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