ASML Aktie: Zielt auf über 110 EUV-Systeme 2028

Symbolbild, KI-generiert

ASML erwarb im September eigene Aktien; zugleich senkte die Erste Group ihre Gewinnschätzung für 2026, während der Konzern mehr EUV-Systeme prüft.

Auf einen Blick:
  • Aktienrückkäufe an fünf Handelstagen
  • Erste Group senkt Gewinnschätzung für 2026
  • Prognose bleibt über dem Marktkonsens
  • Mehr als 110 EUV-Systeme für 2028 geprüft

Wenn ein Konzern hunderte Millionen Euro in den Rückkauf eigener Papiere pumpt, sendet das eine unmissverständliche Botschaft an das Parkett. Asml hat in der vergangenen Handelswoche erneut massiv eigene Aktien erworben.

Für mich zeigt dieses Vorgehen vor allem eines: Das Management lässt sich von zwischenzeitlichen Kurskorrekturen oder gedämpften Analystenschätzungen nicht beirren und demonstriert unerschütterliches Vertrauen in das eigene Monopol.

Rückkäufe auf hohem Kursniveau

Am Montag meldete der niederländische Ausrüster die Details seiner Transaktionen aus der Vorwoche. Zwischen dem 14. und 18. September griff das Unternehmen an jedem einzelnen Handelstag am Markt zu. Das tägliche Rückkaufvolumen bewegte sich dabei in einer beachtlichen Spanne zwischen rund 61,6 Millionen Euro und knapp 124,0 Millionen Euro.

Dass ASML diese Mittel ausgerechnet nach einer beispiellosen Rally bindet, verdient eine kritische Einordnung. Immerhin verzeichnet die Aktie seit Jahresanfang ein Kursplus von 65 Prozent. Kritiker könnten einwenden, dass Aktienrückkäufe auf diesem Bewertungsniveau Kapital verbrennen, statt Reserven für unberechenbare Zyklen der Halbleiterindustrie zu schonen.

Doch aus meiner Sicht greift dieser Einwand zu kurz. ASML besitzt in der Extrem-Ultraviolett-Lithografie eine marktbeherrschende Stellung, die über Jahre hinweg monopolartige Margen absichert. Wer wie ASML derart verlässliche Cashflows generiert, darf und sollte überschüssige Liquidität an die Anteilseigner zurückgeben.

Erste Group dämpft kurzfristige Erwartungen

Dass der Weg an der Börse dennoch keine Einbahnstraße ist, zeigte eine aktuelle Einstufung am Freitag. Medienberichten zufolge hat die Erste Group Bank ihre Gewinnprognose je Aktie für das Gesamtjahr 2026 gesenkt. Die Analysten reduzierten ihre Schätzung von zuvor 45,59 $ auf nun 45,10 $.

Ein Grund zur Panik ist diese Korrektur keineswegs. Bemerkenswert bleibt nämlich, dass die Erste Group mit ihrer neuen Schätzung weiterhin komfortabel über dem Marktkonsens liegt, der bei 44,10 $ verharrt.

Die Anpassung wirkt unterm Strich eher wie ein notwendiges Kalibrieren auf hohem Niveau als ein grundlegender Stimmungsumschwung. Der Markt verlangt Perfektion, und schon minimale Abweichungen führen zu spürbaren Reaktionen, wenn eine Aktie derart heiß gelaufen ist.

Langfristige Weichenstellung für die KI-Ära

Hinter den kurzfristigen Zahlenspielen steht eine fundamentale Nachfrage, die auf Jahre hinaus intakt bleiben dürfte. Laut einem Bericht von Reuters prüft ASML derzeit Möglichkeiten, im Jahr 2028 mehr als 110 EUV-Systeme zu fertigen, um den boomenden Bedarf der Künstlichen Intelligenz zu decken. Diese Überlegungen folgten auf Gespräche des Finanzchefs von ASML mit Analysten von JPMorgan.

Für Anleger bedeutet das: Die Kapazitätsgrenzen verschieben sich schrittweise nach oben. Das Streben nach mehr als 110 Hightech-Anlagen verdeutlicht, dass die Kunden aus der Chipfertigung langfristig planen müssen, um überhaupt Lieferzeiten zu sichern. Das Risiko von Überkapazitäten ist in diesem Segment überschaubar, da die Systeme vorab mit enormen Vorlaufzeiten bestellt werden.

Fazit: Die Chancen überwiegen

Mit einem aktuellen Kurs von 1.521,20 € notiert das Papier derzeit rund 13 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Für mich spricht die Gesamtlage klar dafür, dass dieser Abstand eine gesunde Konsolidierung auf hohem Niveau darstellt und keinen strukturellen Bruch.

Die Kombination aus disziplinierter Kapitalrückführung, über dem Konsens liegenden Gewinnaussichten und einer langfristig unangefochtenen Technologieführerschaft spricht für den Konzern. Die Chancen überwiegen die Risiken für geduldige Investoren weiterhin deutlich.

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