ASML-Aktie: Zahlen gut – Ausblick noch besser!

ASML übertrifft im zweiten Quartal die eigenen Umsatz- und Margenziele und hebt die Jahresprognose an. KI-Nachfrage und Kapazitätsausbau treiben das Wachstum.

Auf einen Blick:
  • Q2-Umsatz von 9,3 Mrd. Euro und Nettogewinn von 2,9 Mrd. Euro, beide über Guidance
  • Jahresprognose auf 43 bis 45 Mrd. Euro Umsatz angehoben
  • EUV- und DUV-Kapazität soll 2027 jeweils um 30 Prozent ausgebaut werden
  • Interimsdividende von 1,88 Euro je Aktie, zahlbar am 5. August 2026

Gestern war noch nicht klar, ob Asml die hohen Erwartungen des Marktes treffen würde. Seit Jahresbeginn ist die Aktie um gut 56 Prozent gestiegen, da steckt schon einiges an Optimismus drin. Nun sind die Zahlen da, und sie haben nicht enttäuscht.

Über der Guidance, klar und deutlich

Im zweiten Quartal 2026 erzielte ASML einen Gesamtumsatz von 9,3 Mrd. Euro bei einer Bruttomarge von 54,0 Prozent. Beides lag über der eigenen Guidance. Der Nettogewinn kam auf 2,9 Mrd. Euro, das entspricht einem Gewinn je Aktie von 7,59 Euro. Für das erste Halbjahr summiert sich der Nettogewinn auf 5,67 Mrd. Euro, nach 4,65 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Den Ausschlag nach oben gaben vor allem die sogenannten Installed Base Management Sales, also Serviceerlöse und Feldoptionen, die im zweiten Quartal auf 2,76 Mrd. Euro kamen.

Der Ausblick ist die eigentliche Nachricht

CEO Christophe Fouquet formulierte es so: „Anhaltende KI-bezogene Investitionen und der Fortschritt bei KI-Technologien treiben die Nachfrage nach fortgeschrittenen Logic- und Memory-Chips und stärken die Wachstumsaussichten der Halbleiterindustrie weiter.“ Was folgte, war eine Anhebung der Jahresprognose auf 43 bis 45 Mrd. Euro Gesamtumsatz bei einer Bruttomarge von 54 bis 56 Prozent.

Für das dritte Quartal erwartet ASML einen Umsatz zwischen 11,0 und 12,0 Mrd. Euro, mit einer Bruttomarge zwischen 55 und 57 Prozent. Das wäre ein satter Sprung gegenüber dem zweiten Quartal.

Kapazität hoch, Auftragsbücher voll

Fouquet kündigte zudem an, die EUV-Kapazität im Low-NA-Segment von rund 65 Einheiten in 2026 um 30 Prozent für 2027 auszubauen, mit einer weiteren Erhöhung um nochmals 30 Prozent für 2028 in Prüfung. Dasselbe gilt für DUV-Immersionssysteme, aktuell rund 130 Einheiten, ebenfalls plus 30 Prozent für 2027. Die Auftragsbücher im ersten Halbjahr bezeichnete Fouquet als „extrem stark“.

Dividende und Rückkäufe laufen weiter

Im zweiten Quartal kaufte ASML eigene Aktien im Wert von rund 1,1 Mrd. Euro zurück. Dazu kommt eine Interimsdividende von 1,88 Euro je Aktie, zahlbar am 5. August 2026. Wer auf die Dividende geschaut hat, findet sie: Sie ist da, auch wenn sie bei einem Aktienkurs nahe an den Jahreshöchstständen naturgemäß keine Rendite-Story ist.

Der nächste große Termin ist der Capital Markets Day am 10. Juni 2027, an dem ASML seinen längerfristigen Ausblick aktualisieren will. Bis dahin liefert die Aktie YTD plus 56,6 Prozent, und die Quartalszahlen geben keinen Anlass, daran zu zweifeln.

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